Commit 070cb7e6 authored by busoni-nachlass-student's avatar busoni-nachlass-student
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......@@ -353,7 +353,7 @@
<lb/>seien Sie ebenso verehrungsvoll als
<lb/>herzlich gegrüsst von
<salute> <lb rend="align(right)"/>Ihrem ganz ergebenen</salute>
<salute rend="align(right)">Ihrem ganz ergebenen</salute>
<signed rend="align(right)"><persName rend="underline" ref="#p0017">Ferruccio Busoni</persName></signed>
<dateline>
<placeName ref="#l0132">Zürich,</placeName><date when-iso="1916-02-14">den 14. Februar, 1916.&#8211;</date>
......
......@@ -252,7 +252,7 @@
<correspAction type="sent">
<persName ref="http://d-nb.info/gnd/118518011" key="p0017">Busoni, Ferruccio</persName>
<!-- ABSENDEDATUM -->
<date when="0000-00-00"/>
<date when="1916-02-16"/>
<!--
ORT-ID BEI GEONAMES SUCHEN:
AUF http://www.geonames.org/advanced-search.html ORT EINGEBEN,
......@@ -293,7 +293,107 @@
<body>
<div type="transcription">
<pb n="1" facs="xxxx.png"/>
<pb n="1" facs="xxxx.jpg"/>
<opener>
<salute>M. C.!</salute>
</opener>
<p rend="indent-first">Für Ihre anerkennenden
<lb/>lieben Zeilen muß ich so recht
<lb/>im Sinne Nietsche's, den ich vor
<lb/>20 Jahren halb auswendig wußte
<lb/>oder viel Bekümmerniß
<lb/>u. Elend in meine Seele brachte
<lb/>(apage Satanas!); danken
<lb/>8 an eine Stelle denken, die
<lb/>irgendwo in seinen Werken
<lb/>- vielleicht im Wanderer - sein
<lb/>Schatten "steht". Er spricht von
<lb/>"Weingeist-Autoren", meint
<lb/>ungefähr: manche Schriftsteller
<lb/>sind weder Geist noch Wein,
<pb n="2" facs="xxxx.jpg"/>
<lb/>aber Weingeist; sie können
<lb/>flammend und aufleuchten 8 geben
<lb/>dann Wärme! Sie, mein Lieber,
<lb/>waren der Anzünder! -
</p>
<p>
<lb rend="indent-first"/> Das Musik-Ehepaar
<lb/>Durigo- # präsentierte
<lb/>sich vorgestern in Basel. Ich
<lb/>liebe den jungen Künstler wegen
<lb/>seiner offenen Musiknatur sehr;
<lb/>auch sind mir seine Stimmungs-
<lb/>Gedanken recht(sehr) sympatisch! Vor
<lb/>30 bis 40 Jahren gab es ein
<lb/>Kirchner, der als großer Klavier-
<lb/>Poet den Deutschen imponierte.
<lb/>Jetzt(Heute) spielt man schon längst
<lb/>wieder Schummann 8 leider
<lb/>zu wenig Mendelssohn.
<pb n="3" facs="xxxx.jpg"/>
<lb/>Trotzdem die Musik des letzteren
<lb/>mehr "hinter sich" weist, bildet
<lb/>sie doch außerordentlich den
<lb/>Geschmack 8 die #heit in
<lb/>der Musik. Letzte Eigenschaft
<lb/>hat mich bei Ihnen immer -
<lb/>natürlich nebst allem Anderen - so
<lb/>überrascht, daß ich Ihnen als
<lb/>Sklave folgen muß. Ich
<lb/>ersehe dies auch wieder aus
<lb/>Ihrer Einführung in den großen
<lb/>Bach! -
</p>
<p>
<lb rend="indent-first"/>
<lb/>Frl. Schwarzenbach kam als
<lb/>Schatten des Durigo 8 ich habe
<lb/>mit ihr folgd. pro Mardi
<lb/>Prochain ausgemacht. Von
<lb/>Basel um 1. Uhr ankommend
<pb n="4" facs="xxxx.jpg"/>
<lb/>werde ich bei ihr auf dem
<lb/>Ulmberg zu Mittag essen, nachher
<lb/>mit ihr zwei Ateliees besuchen 8 und
<lb/>um 5 Uhr schnell ohne den
<lb/>frommen Liszt-Geist zu stören -
<lb/>in der Scheu # Straße erscheinen.
<lb/>Abends sehe ich Sie im Konzert
<lb/>8 spreche Sie nachher beim
<lb/>Neuenberger! -
</p>
<p>
<lb rend="indent-first"/>Bereits stecke ich in der
<lb/>Eve future 8 begreife immer noch
<lb/>nicht, daß mir nur solcher "Kerl"
<lb/>bis jetzt entgangen ist!-
</p>
<closer>
<salute rend="align()">Schönste Grüße
<lb rend="align(right)"/>Ihres
</salute>
<signed rend="align(right)">Hans Huber</signed>
</closer>
</div>
</body>
......
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