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Verehrter, Lieber,
<lb/>Verzeihen Sie, wenn ich mir erlaube Ihnen
<lb/>darin (durchgestrichen, darüber:) in dem Sinne zu widersprechen, daß ich es(hochgestellt) nicht
<lb/>für korrekt hielte an Mr (unterstreichung beachten) Held
<!-- verlinken, Direktor eines Konservatoriums in Genf? hat huber anscheinend gefragt, ob busoni bei ihm unterrichten könnte -->
selbst zu
<lb/>antworten, da er eben vorsichtiger weise
<lb/>sich an Sie wandte, bevor er von mir eine
<lb/>etwaige Ablehnung riskierte. Darum müßen
<lb/>wir ihm eine solche ersparen, wie seine
<lb/>Empfindung &#8211; übrigens richtig &#8211; ihm diktiert.
Darum
<!-- durchgestrichen, darüber:-->
Also bitte ich Sie, sich die Mühe
<lb/>zu nehmen den an Sie gerichteten Brief
<!--von Held-->
zu
<lb/>beantworten, von dem ich &#8211; um Mr Held (unterstreichung beachten)
<lb/>zu schonen &#8211; doch eigentlich nicht zu wissen
<lb/>brauche! &#8212; Sie selbst haben niemals einen
<lb/>Taktfehler begangen und obwohl ich jedes
<lb/>Wort von Ihnen sonst mir gerne merke,
<lb/>hatte ich dieses eine Argument vergeßen.
Gegen die Genfer Idee
<!-- Konservatoriumstätigkeit -->
spricht
vor allem mein Unabhängigkeitsgefühl;
sodann meine Sättigkeit am
Anhören mühsamen Klavierspieles und Abneinung
<lb/>daran(durchgestrichen), täglich wieder (durchgestrichen) den Weg zu wiederholen,
<lb/>den ich hinter mir liess.
Seite 2
Ein drittes Argument ist, daß ich
<lb/>eine solche „Mißion“, falls ich mich nicht zu
<lb/>dieser berechtigt oder verpflichtet be-
<lb/>trachtete, zunächst in meiner Heimat
<lb/>erfüllen müßte; wo man mir öfters
<lb/> &#8211; zuletzt in Rom
<!-- Refardt schreibt Bonn) --> &#8211;
<!-- wann, durch wen? -->
sie mir nahe brachte.
Ein vierter Grund &#8211; und jetzt werden
<lb/>Sie lachen! &#8211; ist meine gänzliche Ver-
<lb/>trauensloisgkeit in Sachen wirklicher
<lb/>Kunst gegen junge Damen; - und die
<lb/>bilden den Kern der Konservatorien.
Ein ganz gewichtiger Grund, ist
<lb/>daß ich jetzt mit jedem Tage meines
<lb/>Lebens rechne, für das, daß mir noch
<lb/>zu thun übrig bleibt und daß ich
<lb/>es gewissenslos gegen mich fände,
<lb/>meine Zeit mit Dingen auszufüllen
<lb/> die schon gethan sind,
<lb/>wo mir die Pflicht geboten und die
<lb/>Möglichkeit gegeben ist, Manches
<lb/>zu verrichten
<lb/> das noch nicht gethan ist. &#8212;
<lb/>Nebenbei: fiele weder an Geld, noch
<lb/>an Ruhm, noch an anregende Aufgabe
<lb/>genug ab, um für (hochgestellt) eine Gefangenschaft
<lb/>zu entschädigen, wie sie die mir
<lb/>bekannten Verhältniße (infolge von
<lb/>Berichten der Frau Prof. Stavenhagen und
<lb/> da Motta&#8217;s)
<!--LEUTE ÜBERPRÜFEN-->
Seite 3
dort um einen schließen.
<lb/> Nur Ihnen persönlich habe
<lb/>ich so ausführlich begründet. &#8212;
<lb/>Darf ich noch hinzufügen, daß mich
<lb/>&#8211; nicht nur in Friedenszeiten &#8211; große
<lb/>Anträge in aller musikalische Welt
<lb/>auf Monate lang unterwegs halten,
<lb/>so daß ich la disperazione jedes
<lb/>wohlgeordneten Institutes durch
<lb/> meine Abwesenheiten werde, (Einzug gewollt oder platzbedingt?)
<lb/>oder ernstliche Konflikte beschwöre.
<lb/>So bin ich beispielsweise für Okt. u. Nov.
<lb/>dieses Jahres als (untenstehend: Gast-)Dirigent der ersten
<lb/>englischen Konzertgesellschaften eigeladen.
<!--wann und wo? nähere infos-->
<lb/> Mr (unterstreichung) Held sagen Sie aber einfach,
<lb/>Sie wüßten, daß ich keine feste
<lb/>Anstellung anzunehmen beabsichtigte.
<lb/> Ich danke Ihnen herzlich für
<lb/>die Mittheilung und hoffe bald
<lb/>Gelegenheit zu haben Sie wieder zu
<lb/>sehen. &#8212; Ich wünsche und nehme
<lb/>an, daß die kleine Ferienzeit
<!-- Huber war in Locarno -->
Ihnen
<lb/>gut angeschlagen hat! Anhaltende
<lb/>Nachwirkung der Wohlthat blühe
<lb/>Ihnen weiter.
<lb/> Ihr verehrungsoll
<lb/> u. getreu ergebener
F. Busoni
<lb/>P.S. Meines Bedünkens waere
<lb/>Emile Blanchet der richtige Mann
<lb/>für Genf. Er kennt den Mechanismus
<lb/>des Clavieres, wie Wenige, gehört zum Lande, ist fortschrittlich und
<lb/>dabei sympathisch.
<!-- Refardt schreibt systematisch -->
</div>
</body>
......
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<lb/>Lieber, Verehrter.
Dank für Ihr Kommen u. Ihre
<lb/>freundschaftliche Theilnahme zu
<lb/>u. an meinen „Spielen“.<!-- Uraufführungen von Turandot und Arlecchino -->
<lb/>u. an meinen „Spielen“.
<note>Uraufführung von <rs ref="w0133">Arlecchino</rs> und <rs ref="w0033">Turandot</rs> am 11.05.1917 in <placeName ref="l0132">Zürich</placeName> </note>
Die Frage ist aufgetaucht,
<lb/>ob dieselben nicht &#8211; noch
<lb/>brühwarm &#8211; in Basel gebracht
<lb/>werden sollten. <!-- werden nicht aufgeführt, weil Basel nicht will -->Dieses liesse
<lb/>werden sollten.
<!-- werden nicht aufgeführt, weil Basel nicht will -->
Dieses liesse
<lb/>sich / mit einiger Stütze von
<lb/>Basel aus/ anfangs Juni
<lb/>wohl durchführen.
mir waere es wichtig,
<lb/>daß es geschähe, &#8211; womöglich
<lb/>auch in Bern. <!-- wurde es in Bern aufgeführt? -->Das gäbe der
<lb/>auch in Bern.
<!-- wurde es in Bern aufgeführt? -->
Das gäbe der
<lb/>Premiére (richtige Schreibung Première) ein ganz anderes Gesicht.
<lb/> (Und ich (durchgestrichen) es ist an der Zeit,
<lb/>daß ich ein wenig schneller
......
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