Commit 423ddaae authored by Jakob Schmidt's avatar Jakob Schmidt
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PNG zu JPG in Entwurf 1907 und 1916

parent 92b07b0b
......@@ -256,7 +256,7 @@
<text>
<front xml:id="d1-1907" corresp="#d1-1916">
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<pb n="1" facs="entwurf1907_07.jpg"/>
<titlePage>
<docTitle rend="underline" n="2">
......@@ -272,7 +272,7 @@
</ab>
</div>
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<pb n="2" facs="entwurf1907_08.jpg"/>
<!-- Stempel? -->
......@@ -288,7 +288,7 @@
<body>
<pb n="3" facs="entwurf1907_09.png"/>
<pb n="3" facs="entwurf1907_09.jpg"/>
<head rend="align(center) large">Entwurf einer neuen <choice><orig>Ae</orig><reg>Ä</reg></choice>sthetik
<lb/>der Tonkunst.</head>
......@@ -337,7 +337,7 @@
<milestone unit="section" style="***" type="low-high-low" rend="align(center)"/>
<pb n="4" facs="entwurf1907_10.png"/>
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<div xml:id="d3-1907" corresp="#d3-1916">
<p rend="underline">Der Geist eines Kunstwerkes, das Ma<choice><orig>ass</orig><reg>ß</reg></choice> der
......@@ -383,7 +383,7 @@
<p>die Dichtung gebietet über den abstrakten
<lb/>Gedanken, den sie in Worte kleidet; sie reicht
<pb n="5" facs="entwurf1907_11.png"/>
<pb n="5" facs="entwurf1907_11.jpg"/>
an die weitesten Grenzen und hat die grö<choice><orig>ss</orig><reg>ß</reg></choice>ere Unab
<lb break="no"/>hängigkeit voraus:</p>
......@@ -443,7 +443,7 @@
<lb/>Und schon lange sprechen wir davon!</p>
<pb n="6" facs="entwurf1907_12.png"/>
<pb n="6" facs="entwurf1907_12.jpg"/>
<p>Wir haben Regeln formuliert, Prinzipien aufgestellt,
<lb/>Gesetze vorgeschrieben – – – wir wenden die Ge
......@@ -496,7 +496,7 @@
<lb/>ihrer Unmaterialität. Selbst das dichterische Wort steht
<lb/>ihr an Unkörperlichkeit nach; sie kann sich zusammen
<pb break="no" n="7" facs="entwurf1907_13.png"/>
<pb break="no" n="7" facs="entwurf1907_13.jpg"/>
ballen und kann auseinanderfließen, die regloseste Ruhe und
<lb/>das lebhafteste Stürmen sein; sie hat die höchsten
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<lb/>Musiker, diejenigen Töne zu verwenden, die in dem
<lb/>Inneren des Menschen auf dieselbe Taste drücken und
<pb n="8" facs="entwurf1907_14.png"/>
<pb n="8" facs="entwurf1907_14.jpg"/>
denselben Wi<choice><sic>e</sic><corr/></choice>derhall erwecken, wie die Vorgänge in
<lb/>der Natur.</p>
......@@ -593,7 +593,7 @@
<p>Ist’s nicht eigentümlich, dass man vom Kom
<lb break="no"/>ponisten in <choice><orig>A</orig><reg>a</reg></choice>llem Originalität fordert, und dass man
<pb n="9" facs="entwurf1907_15.png"/>
<pb n="9" facs="entwurf1907_15.jpg"/>
sie ihm in der Form verbietet? Was Wunder, dass
<lb/>man ihn – wenn er wirklich originell wird – der
......@@ -644,7 +644,7 @@
<lb/>verwandtesten. Seine Orgelfantasien (und nicht die
<lb/>Fugen) haben unzweifelhaft einen starken Zug von dem<choice><orig/><reg>,</reg></choice>
<pb n="10" facs="entwurf1907_16.png"/>
<pb n="10" facs="entwurf1907_16.jpg"/>
was man <soCalled rend="dq-du">Mensch und Natur</soCalled> überschreiben könnte;
......@@ -695,7 +695,7 @@
<lb/>Seine Kategorie beginnt und endet mit ihm selbst;
<lb/>vorerst<choice><orig/><reg>,</reg></choice> weil er sie zur höchsten Vollendung, zu einer
<pb n="11" facs="entwurf1907_17.png"/>
<pb n="11" facs="entwurf1907_17.jpg"/>
Abrundung brachte; sodann, weil die selbstgeforderte
<lb/>Aufgabe derart war, dass sie von einem Menschen
......@@ -757,7 +757,7 @@
</note>
</p>
<pb n="12" facs="entwurf1907_18.png"/>
<pb n="12" facs="entwurf1907_18.jpg"/>
<p>Selbst ein und dieselbe Pflanzengattung wächst
<lb/>an Ausdehnung, Gestalt und Kraft<choice><orig>,</orig><reg/></choice> in jedem Exemplar
......@@ -801,7 +801,7 @@
<lb/>Marschrhythmus in der Bedeutung des Schreitens, der
<lb/>Choral als Träger der religiösen Empfindung. Zählen
<pb n="13" facs="entwurf1907_19.png"/>
<pb n="13" facs="entwurf1907_19.jpg"/>
wir noch das National-Charakteristische – National-
<lb break="no"/>Instrumente, National-Weisen – zum <choice><orig>v</orig><reg>V</reg></choice>origen, so haben
......@@ -851,7 +851,7 @@
<lb/>und Gerechtigkeit, durch sie aussprechen zu wollen.
<lb/>Könnte man denken, wie ein armer, doch zufriedener
<pb n="14" facs="entwurf1907_20.png"/>
<pb n="14" facs="entwurf1907_20.jpg"/>
Mensch in Musik wiederzugeben wäre? Die Zufrieden
<lb break="no"/>heit, der seelische Teil, kann zu Musik werden; wo
......@@ -899,7 +899,7 @@
<lb/>der Bühne, um die sich die Musik nicht zu kümmern
<lb/>braucht. Nehmen wir die theatralische Situation,
<pb n="15" facs="entwurf1907_21.png"/>
<pb n="15" facs="entwurf1907_21.jpg"/>
dass eine lustige nächtliche Gesellschaft sich singend
<lb/>entfernt und dem Auge entschwindet, indessen im
......@@ -949,7 +949,7 @@
<lb/>Jene verhält sich aber zu dieser wie das Porträt zum
<lb/>lebendigen Modell. Der Vortragende hat die <hi rend="spaced-out">Starrheit
<pb n="16" facs="entwurf1907_22.png"/>
<pb n="16" facs="entwurf1907_22.jpg"/>
der Zeichen wieder aufzulösen</hi> und in Bewegung
<lb/>zu bringen. –</p>
......@@ -1018,7 +1018,7 @@
<lb break="no"/>sive Natur des göttlichen Kindes widersetzt sich; sie
<lb/>fordert das Gegenteil. Jeder Tag beginnt anders als
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<pb xml:id="pb_n17" n="17" facs="entwurf1907_23.jpg"/>
der vorige und doch immer mit einer Morgenröte. –
<lb/>Große Künstler spielen ihre eigenen Werke immer
......@@ -1052,7 +1052,7 @@
<lb break="no"/>mittel, für welche der Komponist sich entscheiden mu<choice><orig>ß</orig><reg>ss</reg></choice>,
<lb/>bestimmen mehr und mehr den Weg und die Grenzen.</p>
<pb n="18" facs="entwurf1907_24.png"/>
<pb n="18" facs="entwurf1907_24.jpg"/>
<p>Es ist ähnlich wie mit dem Menschen. Nackt
<lb/>und mit noch unbestimmbaren Neigungen geboren,
......@@ -1099,7 +1099,7 @@
<p>Merkwürdigerweise steht bei den <soCalled rend="dq-du">Buchstaben<choice><orig>-
<lb break="no"/>T</orig><reg>t</reg></choice>reuen</soCalled> die <hi rend="spaced-out">Variationenform</hi> in gro<choice><orig>ss</orig><reg>ß</reg></choice>em Ansehen.
<pb n="19" facs="entwurf1907_25.png"/>
<pb n="19" facs="entwurf1907_25.jpg"/>
Das ist seltsam, weil die Variationenform – wenn sie
<lb/>über ein fremdes Thema aufgebaut ist – eine <hi rend="spaced-out">ganze
......@@ -1157,7 +1157,7 @@
<l xml:id="D2" corresp="#EN2">zu der Laute wohlgestimmtem Satz<anchor subtype="quoteEnd" type="delimiter" rend="dq-du"/>)</l>
</quote>
<pb n="20" facs="entwurf1907_26.png"/>
<pb n="20" facs="entwurf1907_26.jpg"/>
schreibt <persName ref="#p0004">E.&#8239;A. Poe</persName>; endlich spricht man ganz richtig
<lb/>von einem <soCalled rend="dq-du">musikalischen Lachen</soCalled>, weil es wie Musik
......@@ -1212,7 +1212,7 @@
<lb/>musikalische Freuden allgemein ist, wird diese Unter
<lb break="no"/>scheidung überflüssig<choice><orig/><reg>,</reg></choice> und das Wort dafür ist in der
<pb n="21" facs="entwurf1907_27.png"/>
<pb n="21" facs="entwurf1907_27.jpg"/>
Sprache nicht vorhanden. In <placeName ref="#l0014">Frankreich</placeName>, wo die Em<supplied>p</supplied>
<lb break="no"/>findung für Musik nicht im Volke lebt, gibt es Musiker
......@@ -1261,7 +1261,7 @@
<p>Der echte Schaffende erstrebt im Grunde nur die
<lb/><hi rend="spaced-out">Vollendung</hi>. Und indem er diese mit <hi rend="spaced-out">seiner</hi> In
<pb break="no" n="22" facs="entwurf1907_28.png"/>
<pb break="no" n="22" facs="entwurf1907_28.jpg"/>
dividualität in Einklang bringt, entsteht absichtslos ein
<lb/>neues Gesetz.</p>
......@@ -1320,7 +1320,7 @@
<lb/>eine kümmerliche Taschenausgabe jenes en<choice><orig>c</orig><reg>z</reg></choice>yklopä
<lb break="no"/>dischen Werkes; künstliches Licht anstatt Sonne. –
<pb n="23" facs="entwurf1907_29.png"/>
<pb n="23" facs="entwurf1907_29.jpg"/>
Habt ihr bemerkt, wie die Menschen über die glänzende
<lb/>Beleuchtung eines Saales den Mund aufsperren? Sie
......@@ -1375,7 +1375,7 @@
<p>Und innerhalb dieser zwölfteiligen O<choice><orig>c</orig><reg>k</reg></choice>tave haben
<lb/>wir noch eine Folge bestimmter Abstände abgesteckt,
<pb n="24" facs="entwurf1907_30.png"/>
<pb n="24" facs="entwurf1907_30.jpg"/>
sieben an der Zahl, und darauf unsere ganze Ton
<lb break="no"/>kunst gestellt. Was sagte ich, <hi rend="spaced-out">eine</hi> Folge? Zwei
......@@ -1422,7 +1422,7 @@
<p>Könnte man eine Gegend, so<choice><orig/><reg> </reg></choice>weit das Auge reicht,
<lb/>um mehrere hundert Meter erhöhen oder vertiefen, das
<pb n="25" facs="entwurf1907_31.png"/>
<pb n="25" facs="entwurf1907_31.jpg"/>
landschaftliche Bild würde dadurch nichts verlieren<choice><orig>,</orig><reg/></choice>,
<lb/>noch gewinnen.</p>
......@@ -1472,7 +1472,7 @@
<lb/>die <choice><orig>B</orig><reg>b</reg></choice>eiden unerkenntlich in<choice><orig> </orig><reg/></choice>einander zu flimmern. –
<lb/>Erkennen wir aber<choice><orig> daß</orig><reg>, dass</reg></choice> Dur und Moll ein doppel
<pb break="no" n="26" facs="entwurf1907_32.png"/>
<pb break="no" n="26" facs="entwurf1907_32.jpg"/>
deutiges Ganzes<choice><orig>, und daß</orig><reg> und dass</reg></choice> die <soCalled rend="dq-du"><hi rend="spaced-out">vierundzwanzig</hi>
<lb/>Tonarten</soCalled> nur eine elfmalige Transposition jener ersten
......@@ -1523,7 +1523,7 @@
<lb break="no"/>vermittelt und vor <choice><orig>A</orig><reg>a</reg></choice>llem weil sie wahrnehmbar sind.
<lb/>Der Reformator ist – im Vergleich zur Natur – un
<pb break="no" n="27" facs="entwurf1907_33.png"/>
<pb break="no" n="27" facs="entwurf1907_33.jpg"/>
diplomatisch<choice><orig/><reg>,</reg></choice> und es ist ganz folgerichtig, da<choice><orig>ß</orig><reg>ss</reg></choice> seine
<lb/>Änderungen erst dann Gültigkeit erlangen, wenn die
......@@ -1575,7 +1575,7 @@
neu erdachte Leiter überhaupt hat.</note>
</p>
<pb n="28" facs="entwurf1907_34.png"/>
<pb n="28" facs="entwurf1907_34.jpg"/>
<p>Die Skala <hi rend="underline">c</hi>
<hi rend="underline">des</hi>
......@@ -1684,7 +1684,7 @@
<lb/>Oktave <hi rend="spaced-out">unendlich</hi> ist, und trachten wir, der Unendlich
<lb break="no"/>keit um ein Weniges uns zu nähern. Der Drittelton
<pb n="29" facs="entwurf1907_35.png"/>
<pb n="29" facs="entwurf1907_35.jpg"/>
pocht schon seit einiger Zeit an die Pforte, und wir
<lb/>überhören noch immer seine Meldung. Wer, wie ich
......@@ -1727,7 +1727,7 @@
<lb/>den ersten Ton C und die beiden nächsten Dritteltöne
<lb/>Cis und Des; den ersten Halbton (klein-)c und seine
<pb n="30" facs="entwurf1907_36.png"/>
<pb n="30" facs="entwurf1907_36.jpg"/>
folgenden Drittteile cis und des; – die untenstehende
<lb/>Tabelle erklärt alles Fehlende.
......@@ -1736,7 +1736,7 @@
<figure>
<figDesc>Zwei Dritteltonskalen im Halbtonabstand, in Form von zwei Systemen mit Ganztonreihen (von c bis ais bzw. cis bis h) und Drittelunterteilung der Ganztöne.</figDesc>
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<graphic width="450px" height="167px" url="entwurf1907_36_nb1.jpg"/>
</figure>
</div>
......@@ -1751,13 +1751,13 @@
<figure place="center">
<figDesc>Sechsliniensystem mit Ganztonabstand von Linie zu Linie (Linienzwischenraum für Halbtöne).</figDesc>
<graphic width="376px" height="46px" url="entwurf1907_36_nb2.png"/>
<graphic width="376px" height="46px" url="entwurf1907_36_nb2.jpg"/>
</figure>
<figure>
<figDesc>Bezeichnung der Dritteltöne im Sechsliniensystem, pro Tonhöhe dreifach: mit Erniedrigungszeichen, ohne Akzidenz und mit Erhöhungszeichen.</figDesc>
<ab type="caption" rend="italic align(left)">Sodann die Dritteltöne mit ♭ und ♯ zu bezeichnen:</ab>
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<graphic width="453px" height="53px" url="entwurf1907_36_nb3.jpg"/>
<ab type="caption" rend="italic align(right)"><choice><orig>u.&#8239;s.&#8239;w.</orig><reg>usw.</reg></choice></ab>
</figure>
......@@ -1775,7 +1775,7 @@
<lb/>Amerika erhalte, welche die Frage in einfacher Weise
<lb/>löst. Es ist die Mitteilung von <persName ref="#p0018">Dr. Thaddeus Cahill<choice><orig></orig><reg/></choice>s</persName>
<pb n="31" facs="entwurf1907_37.png"/>
<pb n="31" facs="entwurf1907_37.jpg"/>
Erfindung.
......@@ -1860,7 +1860,7 @@
<milestone unit="section" style="***" type="low-high-low" rend="align(center)"/>
<pb n="32" facs="entwurf1907_38.png"/>
<pb n="32" facs="entwurf1907_38.jpg"/>
<div xml:id="d40-1907" corresp="#d45-1916">
......@@ -1881,7 +1881,7 @@
<lb break="no"/>rückgestrahlt</hi>; ist sie doch tönende Luft und über
<lb/>die Luft hinaus<choice><orig> </orig><reg/></choice>reichend; im Menschen selbst ebenso
<pb n="33" facs="entwurf1907_39.png"/>
<pb n="33" facs="entwurf1907_39.jpg"/>
universell und vollständig wie im Weltenraum; denn
<lb/>sie kann sich zusammenballen und auseinanderfließen<choice><orig/><reg>,</reg></choice>
......@@ -1939,7 +1939,7 @@
<p>Ich könnte mir eine Musik denken, deren
<lb/>seltenster Zauber darin bestände, daß sie von
<pb n="34" facs="entwurf1907_40.png"/>
<pb n="34" facs="entwurf1907_40.jpg"/>
Gut und Böse
......@@ -1983,7 +1983,7 @@
<lb/>entwickelt, was man entwickeln soll, verwirklicht,
<lb/>was man verwirklichen soll, der gelangt zum
<pb n="35" facs="entwurf1907_41.png"/>
<pb n="35" facs="entwurf1907_41.jpg"/>
Nirwana</quote>
......@@ -2023,7 +2023,7 @@
<back xml:id="d42-1907" corresp="#b47-1916">
<pb n="36" facs="entwurf1907_42.png"/>
<pb n="36" facs="entwurf1907_42.jpg"/>
<div type="colophon">
<p rend="small">Berliner Musikalien Druckerei G.&#8239;m.&#8239;b.&#8239;H., <placeName ref="#l0017">Charlottenburg</placeName>.</p>
......
......@@ -231,7 +231,7 @@
<text>
<front xml:id="d1-1916" corresp="#d1-1907">
<pb n="1" facs="entwurf1916_03.png"/>
<pb n="1" facs="entwurf1916_03.jpg"/>
<titlePage>
......@@ -243,7 +243,7 @@
</docTitle>
<figure place="center">
<figDesc>Schiffsvignette des Insel-Verlags</figDesc>
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<graphic width="96px" height="92px" url="entwurf1916_03_logo.jpg"/>
</figure>
<docEdition>Zweite, erweiterte Ausgabe</docEdition>
<docImprint>Im <publisher><orgName ref="#o0018">Insel-Verlag</orgName></publisher> zu <pubPlace><placeName ref="#l0007">Leipzig</placeName></pubPlace>
......@@ -251,11 +251,11 @@
</titlePage>
<pb n="2" facs="entwurf1916_04.png"/>
<pb n="2" facs="entwurf1916_04.jpg"/>
<note type="objdesc" resp="#christian.schaper">[vacat]</note>
<pb n="3" facs="entwurf1916_05.png"/>
<pb n="3" facs="entwurf1916_05.jpg"/>
<div type="dedication"><ab rend="align(center)">Dem Musiker in Worten
<lb/><persName ref="#p0086">Rainer Maria Rilke</persName>
......@@ -266,7 +266,7 @@
</div>
<pb n="4" facs="entwurf1916_06.png"/>
<pb n="4" facs="entwurf1916_06.jpg"/>
<epigraph rend="block right small">
<cit>
......@@ -285,7 +285,7 @@
</front>
<body>
<pb n="5" facs="entwurf1916_07.png"/>
<pb n="5" facs="entwurf1916_07.jpg"/>
<div xml:id="d2-1916" corresp="#d2-1907">
......@@ -333,7 +333,7 @@
<lb/>Zeiten unverändert an Wert; die Form, die diese drei auf
<lb break="no"/>nahm, die Mittel, die sie ausdrückten, und der Geschmack,
<pb n="6" facs="entwurf1916_08.png"/>
<pb n="6" facs="entwurf1916_08.jpg"/>
den die Epoche ihres Entstehens über sie ausgo<choice><orig>ß</orig><reg>ss</reg></choice>, sie sind
<lb/>vergänglich und rasch alternd.</p>
......@@ -376,7 +376,7 @@
</div>
<pb n="7" facs="entwurf1916_09.png"/>
<pb n="7" facs="entwurf1916_09.jpg"/>
<div xml:id="d4-1916" corresp="#d4-1907">
......@@ -430,7 +430,7 @@
</div>
<pb n="8" facs="entwurf1916_10.png"/>
<pb n="8" facs="entwurf1916_10.jpg"/>
<div xml:id="d6-1916" corresp="#d6-1907">
......@@ -475,7 +475,7 @@
<lb break="no"/>tensität, die vom <soCalled rend="dq-du">Begriffe</soCalled> unabhängig ist.</p>
<p>Sie gibt ein Temperament wieder, ohne es zu beschrei
<pb break="no" n="9" facs="entwurf1916_11.png"/>
<pb break="no" n="9" facs="entwurf1916_11.jpg"/>
ben, mit der Beweglichkeit der Seele, mit der Lebendigkeit
<lb/>der aufeinanderfolgenden Momente; dort, wo der Maler
......@@ -519,7 +519,7 @@
<lb/>an geordnet aufgestellte Notenpulte erinnert, an Verhältnis
<lb/>von Tonika und Dominante, an Durchführungen und Kodas.</p>
<pb n="10" facs="entwurf1916_12.png"/>
<pb n="10" facs="entwurf1916_12.jpg"/>
<p>Da höre ich den zweiten Geiger, wie er sich eine Quart
<lb/>tiefer abmüht, den gewandteren ersten nachzuahmen, höre
......@@ -557,7 +557,7 @@
<lb break="no"/>zart</persName>! den Sucher und den Finder, den großen Menschen
<lb/>mit dem kindlichen Herzen, ihn staunen wir an, an ihm
<pb n="11" facs="entwurf1916_13.png"/>
<pb n="11" facs="entwurf1916_13.jpg"/>
hängen wir; nicht aber an seiner Tonika und Dominante,
<lb/>seinen Durchführungen und Kodas.</p>
......@@ -607,7 +607,7 @@
bei
<pb n="12" facs="entwurf1916_14.png"/>
<pb n="12" facs="entwurf1916_14.jpg"/>
ihm gestaltet es sich am unbefangensten, weil er noch über
<lb/>seine Vorgänger hinwegschritt – (wenn er sie auch bewun
......@@ -654,7 +654,7 @@
<lb/>sodann, weil die selbstgestellte Aufgabe derart war, da<choice><orig>ß</orig><reg>ss</reg></choice>
<lb/>sie von einem Menschen allein bewältigt werden konnte.
<pb n="13" facs="entwurf1916_15.png"/>
<pb n="13" facs="entwurf1916_15.jpg"/>
<q rend="dq-du">Er gibt uns zugleich mit dem Problem auch die Lösung</q>,
......@@ -712,7 +712,7 @@
</note>
</p>
<pb n="14" facs="entwurf1916_16.png"/>
<pb n="14" facs="entwurf1916_16.jpg"/>
<p>Selbst eine und dieselbe Pflanzengattung wächst an Aus
<lb break="no"/>dehnung, Gestalt und Kraft<choice><orig>,</orig><reg/></choice> in jedem Exemplar selbständig
......@@ -751,7 +751,7 @@
<lb/>des reflektierenden Gehirns verständlich: das Trompeten
<lb break="no"/>signal als kriegerisches Symbol, die Schalmei als ländliches
<pb n="15" facs="entwurf1916_17.png"/>
<pb n="15" facs="entwurf1916_17.jpg"/>
Schild, der Marschrhythmus in der Bedeutung des Schrei
<lb break="no"/>tens, der Choral als Träger der religiösen Empfindung.
......@@ -797,7 +797,7 @@
<lb/>die Angst hervorruft; wohl einen Leidenschaftszustand, aber
<lb/>wiederum nicht die psychische Gattung dieser Leidenschaft,
<pb n="16" facs="entwurf1916_18.png"/>
<pb n="16" facs="entwurf1916_18.jpg"/>
ob Neid oder Eifersucht; ebenso vergeblich ist es, moralische
<lb/>Eigenschaften, Eitelkeit, Klugheit<choice><orig>,</orig><reg/></choice> in Töne umzusetzen oder
......@@ -835,7 +835,7 @@
</div>
<pb n="17" facs="entwurf1916_19.png"/>
<pb n="17" facs="entwurf1916_19.jpg"/>
<div xml:id="d18-1916" corresp="#d19-1907">
......@@ -880,7 +880,7 @@
<lb/>von Anfang an auf das Unglaubhafte, Unwahre, Unwahr
<lb break="no"/>scheinliche gestellt sein müssen, auf da<choice><orig>ß</orig><reg>ss</reg></choice> eine Unmöglichkeit
<pb n="18" facs="entwurf1916_20.png"/>
<pb n="18" facs="entwurf1916_20.jpg"/>
die andere stütze und so beide möglich und annehmbar
<lb/>werden.</p>
......@@ -924,7 +924,7 @@
<lb/>dergestalt eine Scheinwelt schaffen, die das Leben entweder
<lb/>in einen Zauberspiegel oder einen Lachspiegel reflektiert; die
<pb n="19" facs="entwurf1916_21.png"/>
<pb n="19" facs="entwurf1916_21.jpg"/>
bewu<choice><orig>ß</orig><reg>ss</reg></choice>t das geben will, was in dem wirklichen Leben nicht
<lb/>zu finden ist. Der Zauberspiegel für die ernste Oper, der
......@@ -966,7 +966,7 @@
<lb break="no"/>kompromittierend, und vor allem: unanstrengend. Denn
<lb/>das weiß das Publikum nicht und mag es nicht wissen, da<choice><orig>ß</orig><reg>ss</reg></choice>,
<pb n="20" facs="entwurf1916_22.png"/>
<pb n="20" facs="entwurf1916_22.jpg"/>
um ein Kunstwerk zu empfangen, die halbe Arbeit an dem
<lb break="no"/>selben vom Empfänger selbst verrichtet werden mu<choice><orig>ß</orig><reg>ss</reg></choice>.</p>
......@@ -1050,7 +1050,7 @@
</div>
<pb xml:id="pb_n21" n="21" facs="entwurf1916_23.png"/>
<pb xml:id="pb_n21" n="21" facs="entwurf1916_23.jpg"/>
<div xml:id="d24-1916" corresp="#d22-1907">
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<p>Es ist aber nicht möglich, die schwebende expansive Natur
<pb n="22" facs="entwurf1916_24.png"/>
<pb n="22" facs="entwurf1916_24.jpg"/>
des göttlichen Kindes widersetzt sich; sie fordert das Gegen
<lb break="no"/>teil. Jeder Tag beginnt anders als der vorige und doch
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<lb break="no"/>fall oder vom Menschen manches Originale, das unver
<lb break="no"/>wüstlich ist, weiterbestehen: sie sind doch von dem Augen
<pb break="no" n="23" facs="entwurf1916_25.png"/>
<pb break="no" n="23" facs="entwurf1916_25.jpg"/>
blick des Entschlusses an zum Typus einer Klasse herab
<lb break="no"/>gedrückt. Der Einfall wird zu einer Sonate oder zu einem
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<p>So gilt die Bearbeitung nicht, weil sie an dem Original
<pb n="24" facs="entwurf1916_26.png"/>
<pb n="24" facs="entwurf1916_26.jpg"/>
ändert; und es gilt die Veränderung, obwohl sie das Original
<lb/>bearbeitet.
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<lb/>unübersetzbar. <mentioned rend="dq-du">Musikalisch</mentioned> ist von Musik hergeleitet, wie
<lb/><mentioned rend="dq-du">poetisch</mentioned> von Poesie und <mentioned rend="dq-du">physikalisch</mentioned> von Physik. Wenn
<pb n="25" facs="entwurf1916_27.png"/>
<pb n="25" facs="entwurf1916_27.jpg"/>
ich sage: <persName ref="#p0002">Schubert</persName> war einer der musikalischsten Menschen,
<lb/>so ist das dasselbe, als ob
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<p>Bei dem großen Gewicht, das man auf diese Bestand
<pb break="no" n="26" facs="entwurf1916_28.png"/>
<pb break="no" n="26" facs="entwurf1916_28.jpg"/>
teile der Tonkunst legt, ist selbstverständlich das <soCalled rend="dq-du">Musikali
<lb break="no"/>sche</soCalled> von höchster Bedeutung geworden. –
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<lb break="no"/>chen wohlmeinend seine Schritte, da<choice><orig>ß</orig><reg>ss</reg></choice> es nicht auffliege
<lb/>und so vor einem ernstlichen Fall bewahrt bleibe. Aber es
<pb n="27" facs="entwurf1916_29.png"/>
<pb n="27" facs="entwurf1916_29.jpg"/>
ist noch so jung und ist ewig, die Zeit seiner Freiheit wird
<lb/>kommen. Wenn es aufhören wird, <soCalled rend="dq-du">musikalisch</soCalled> zu sein.</p>
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<p>Was schließt nicht noch alles in sich die Wunderblume
<pb n="28" facs="entwurf1916_30.png"/>
<pb n="28" facs="entwurf1916_30.jpg"/>
der Empfindung! Zurückhaltung und Schonung, Aufopfe
<lb break="no"/>rung, Stärke, Tätigkeit, Geduld, Großmut, Freudigkeit
......@@ -1364,7 +1364,7 @@
<lb/>aller Elemente ersteht die Persönlichkeit. Diese empfängt
<lb/>wie eine Linse die Lichteindrücke, wirft sie auf ihre Weise
<pb n="29" facs="entwurf1916_31.png"/>
<pb n="29" facs="entwurf1916_31.jpg"/>
als Negativ zurück, und dem Hörer erscheint das richtige
<lb/>Bild.</p>
......@@ -1410,7 +1410,7 @@
<p>Die Tiefe des Gefühls ist hingegen seelisch und der Natur
<lb/>der Musik durchaus zugehörig.</p>
<pb n="30" facs="entwurf1916_32.png"/>
<pb n="30" facs="entwurf1916_32.jpg"/>
<p>Die Apostel der <title ref="#w0001">Neunten Symphonie</title> haben von der
<lb/>Tiefe in der Musik eine besondere und nicht ganz festum
......@@ -1450,7 +1450,7 @@
<lb break="no"/>vanni</title> liegt mehr <soCalled rend="dq-du">Tiefe</soCalled> als in manchem Trauermarsche
<lb/>oder Notturno: Tiefe des Gefühls äußert sich auch darin,
<pb n="31" facs="entwurf1916_33.png"/>
<pb n="31" facs="entwurf1916_33.jpg"/>
da<choice><orig>ß</orig><reg>ss</reg></choice> man es nicht in Nebensächlichem und Unbedeutendem
<lb/>vergeude.</p>
......@@ -1501,7 +1501,7 @@
<lb break="no"/>tine bedeutet: Erlangung und Anwendung weniger Erfah
<lb break="no"/>rungen und Kunstgriffe auf alle vorkommenden Fälle.
<pb n="32" facs="entwurf1916_34.png"/>
<pb n="32" facs="entwurf1916_34.jpg"/>
Demnach mu<choice><orig>ß</orig><reg>ss</reg></choice> es eine erstaunliche Anzahl verwandter Fälle
<lb/>geben. Nun erträume ich mir gern eine Art Kunstaus
......@@ -1566,7 +1566,7 @@
<p>Damit täuschte sich <persName ref="#p0006">Wagner</persName> und maskierte sich vor an
<lb break="no"/>deren. Er hatte zu<choice><orig/><reg> </reg></choice>viel Routine, und seine Kompositions
<pb break="no" n="33" facs="entwurf1916_35.png"/>
<pb break="no" n="33" facs="entwurf1916_35.jpg"/>
maschinerie blieb stecken, sobald der Knoten in ihr entstand,
<lb/>der nur mit Inspiration zu lösen war. Zwar löste <persName ref="#p0006">Wagner</persName>
......@@ -1620,7 +1620,7 @@
</div>
<pb xml:id="pb_n34" n="34" facs="entwurf1916_36.png"/>
<pb xml:id="pb_n34" n="34" facs="entwurf1916_36.jpg"/>
<div xml:id="d35-1916">
......@@ -1660,7 +1660,7 @@
<lb/>der Instrumentalisten in der Behandlung ihres Instrumen
</