Commit 5950c409 authored by sonne's avatar sonne
Browse files

mark-up

parent a3c822ef
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="D0101680"><!-- header ok --><!-- todo AB, dU Absätze, Lf -->
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="D0101680">
<teiHeader>
<fileDesc>
<titleStmt>
......@@ -173,13 +173,10 @@
<p>Ich habe die <rs key="E0800330">Schrift</rs> von <persName key="E0300111">Bekker</persName> gelesen.
<note type="commentary" resp="#E0300361">
Paul Bekkers Schrift »Neue Musik« war im #### 1919 – bereits in fünfter Auflage – in die Sammlung Tribüne der Kunst und Zeit aufgenommen worden. Bei Busoni hatte sie offenkundig großes Interesse geweckt, da er sie mehreren Personen zur Lektüre empfahl bzw. den Text weitergab (neben Jarnach u.a. an den Musikwissenschaftler Jean Chantavoine in Paris, vgl. dazu Busonis Brief an Bekker vom #####, S. ###). In einem Brief an Volkmar Andreae attestiert Busoni Bekker, dass dieser in seinem »Schriftchen "Neue Musik" Alles sicher überschaut und Jedwedes in ein Schubfächlein steckt, was die letzten 25 Jahre an Noten=Kombinationen zeitigten«. Das »Gemisch von Erkenntnis und perspektivischer Verrechnung« war nach Busonis Ansicht das, was den »im ganzen unaffektiert abgefasst[en]« Text »lesenwerth« macht (Brief von Busoni an Andreae, London, 19.11.1919, zit. nach Willimann 1994, Nr. 72, S. 107). Bekker nahm den Text in den ebenfalls "Neue Musik" betitelten dritten Band seiner gesammelten Schriften auf, begleitet von einem im September 1923 verfassten "Vorwort an Ferruccio Busoni". Darin räumt er zunächst ein, dass der Inhalt des Buches "in nicht wenigen Teilen Ihren [Busonis] Ansichten widersprechen" wird (Bekker, Vorwort, in: Neue Musik, S. VII), denn während Bekker als »Grundproblem« und »die wichtigste Aufgabe unserer Zeit auf jedem Gebiet« die »Auseinandersetzung mit der Romantik« für sich herauskristallisiert hatte, die ihn letztlich auch zur »Beschäftigung mit der stärksten Einzelerscheinung dieser Zeit: mit Richard <hi rend="spaced-out">Wagner</hi>« trieb (ebd., S. IX), hatte Busoni ein eher zwiegespaltenes Verhältnis zum Schaffen Wagners (### Nachweise/Beispiele? ###). Bekker bezeichnet eine Schmähung der Romantik als »töricht« (ebd., S. IX) und plädiert dafür, das Grundproblem in »größerem Bogen zu umkreisen« und es »im Sinne eines großartigen kulturgeschichtlichen Phänomens« zu begreifen (ebd., S. IX), wobei er eine Herausforderung bei der Meindungsbildung zum Thema vor allem darin sieht, die »Kräfte der Vergangenheit wie der Gegenwart […] <hi rend="spaced-out">positiv</hi> dar[zu]stellen« (ebd., S. IX). Den abschließenden Brückenschlag zu Busoni fasst Bekker in folgende Worte: »[…] sehr verehrter Herr Busoni, ich bin mir des <hi rend="spaced-out">suchenden</hi> Charakters meiner Arbeiten bewußt […] Gewiß, wir stimmen in Vielem nicht überein und sind uns dessen […] bewußt. In einem aber, das ich viel höher schätze als Meinungsgleichheit: im redlichen Wollendes Suchenden – da stimmen wir zutiefst überein.« (ebd., S. X)
<persName key="E0300111">Paul Bekkers</persName> Schrift <ref target="#E0800330">Neue Musik</ref> war <date when-iso="1919">1919</date> – bereits in fünfter Auflage – in die Reihe <title rend="dq-du">Tribüne der Kunst und Zeit. Eine Schriftensammlung</title> aufgenommen worden. Bei <persName key="E0300017">Busoni</persName> hatte sie offenkundig großes Interesse geweckt, da er sie mehreren Personen zur Lektüre empfahl bzw. den Text weitergab: neben <persName key="E0300376">Jarnach</persName> u.&#8239;a. an den Musikwissenschaftler <persName key="E0300405">Jean Chantavoine</persName> in <placeName key="E0500012">Paris</placeName> (vgl. dazu <bibl><persName key="E0300017">Busonis</persName> <ref target="#D0100410">Brief</ref> an <persName key="E0300111">Bekker</persName> vom <date when-iso="1920-08-04">4.8.1920</date></bibl>). In einem Brief an <persName key="E0300129">Volkmar Andreae</persName> attestiert <persName key="E0300017">Busoni</persName> <persName key="E0300111">Bekker</persName>, dass dieser in seinem <q>Schriftchen <ref target="#E0800330" rend="sq-du">Neue Musik</ref> Alles sicher überschaut und Jedwedes in ein Schubfächlein steckt, was die letzten 25&#160;Jahre an Noten<pc>=</pc>Kombinationen zeitigten</q>. Das <q>Gemisch von Erkenntnis und perspektivischer Verrechnung</q> war nach <persName key="E0300017">Busonis</persName> Ansicht das, was den <q>im ganzen unaffektiert abgefasst[en]</q> Text <q>lesenwerth</q> macht (Brief von <persName key="E0300017">Busoni</persName> an <persName key="E0300129">Andreae</persName>, <placeName key="E0500047">London</placeName>, <date when-iso="1919-11-19">19.11.1919</date>, zit. nach <bibl><ref target="#E0800058"/>, Nr.&#160;72, S.&#160;107</bibl>). <persName key="E0300111">Bekker</persName> nahm den Text in den ebenfalls <ref target="#E0800240">Neue Musik</ref> betitelten dritten Band seiner gesammelten Schriften auf, begleitet von einem im <date when-iso="1923-09">September 1923</date> verfassten <q>Vorwort an <persName key="E0300017">Ferruccio Busoni</persName></q>. Darin räumt er zunächst ein, dass der Inhalt des Buches <q>in nicht wenigen Teilen Ihren [<persName key="E0300017">Busonis</persName>] Ansichten widersprechen</q> wird (Vorwort, in: <bibl><ref target="#E0800240"/>, S.&#160;VII</bibl>), denn während <persName key="E0300111">Bekker</persName> als <q>Grundproblem</q> und <q>die wichtigste Aufgabe unserer Zeit auf jedem Gebiet</q> die <q>Auseinandersetzung mit der Romantik</q> für sich herauskristallisiert hatte, die ihn letztlich auch zur <q>Beschäftigung mit der stärksten Einzelerscheinung dieser Zeit: mit <persName key="E0300006">Richard <hi rend="spaced-out">Wagner</hi></persName></q> trieb (<bibl><ref target="#E0800240"/>, S.&#160;IX</bibl>), hatte <persName key="E0300017">Busoni</persName> ein eher zwiegespaltenes Verhältnis zu <persName key="E0300006">Wagner</persName> und seinem Schaffen. <persName key="E0300111">Bekker</persName> bezeichnet eine Schmähung der Romantik als <q>töricht</q> (<bibl><ref target="#E0800240"/></bibl>) und plädiert dafür, das Grundproblem in <q>größerem Bogen zu umkreisen</q> und es <q>im Sinne eines großartigen kulturgeschichtlichen Phänomens</q> zu begreifen (<bibl><ref target="#E0800240"/></bibl>), wobei er eine Herausforderung bei der Meindungsbildung zum Thema vor allem darin sieht, die <q>Kräfte der Vergangenheit wie der Gegenwart […] <hi rend="spaced-out">positiv</hi> dar[zu]stellen</q> (<bibl><ref target="#E0800240"/></bibl>). Den abschließenden Brückenschlag zu <persName key="E0300017">Busoni</persName> fasst <persName key="E0300111">Bekker</persName> in folgende Worte: <q>[…] sehr verehrter Herr <persName key="E0300017">Busoni</persName>, ich bin mir des <hi rend="spaced-out">suchenden</hi> Charakters meiner Arbeiten bewußt […] Gewiß, wir stimmen in Vielem nicht überein und sind uns dessen […] bewußt. In einem aber, das ich viel höher schätze als Meinungsgleichheit: im redlichen Wollendes Suchenden – da stimmen wir zutiefst überein</q> (<bibl><ref target="#E0800240"/>, S.&#160;X</bibl>).
</note>
<!-- das passt doch prima zu Busonis Motto für die Ästhetik (S. 6?): »Ich will das Unbekannte! Was mir bekannt, ist unbegrenzt. Ich will darüber noch.«;
vgl. auch Weindel, Busonis Ästhetik, S. 202, Anm. 97 -->
Er fordert:
<!-- in E0800330 die Links evtl. wieder rausnehmen, wg. Überarbeitung Tribüne-Text => Bekker 1923 -->
<list>
<item>I.<orig>_</orig> <choice><orig>T</orig><reg>t</reg></choice>otalen Verzicht auf harmonischen Grundbau<orig>.</orig>
<lb/><seg rend="indent">zwecks Erreichung der endgültigen</seg></item>
......@@ -213,7 +210,7 @@
<lb/>scheint mir die Aufgabe der Kunstsprache zu
<lb/>bestehen.</item>
</list></p>
<!-- vgl. Weiss, Kap. V.3.2 Gesetze des Komponierens – S. 357 ff. -->
<p rend="indent-first">Und wenn es wahr ist, dass <persName key="E0300012">Bachs</persName> Werk nichts
<lb/>anderes zeigt als ein mit fast allmächtiger künst
<lb break="no"/>lerischer Intelligenz geschaffenes Kompromis<reg>s</reg> zwischen
......@@ -257,7 +254,6 @@
<lb/>dass das Publikum so weit käme, gute Lit<sic>t</sic>e
<lb break="no" rend="sh"/>ratur auch im Theater zu ertragen. Was das
<lb/><mentioned rend="dq-du">Gesetz</mentioned> des Theaters anbelangt, so habe ich mich
<!-- Begriff Gesetz in Jarnach-Schriften -->
<lb/>am <date when-iso="1919-12-31">S<choice><sic>y</sic><corr>i</corr></choice>lvesterabend</date> wahrscheinlich sehr unklar
<lb/>ausgedrückt. Ich meinte damit weder Genre
<lb/>noch Stil, sondern nur die materiellen Eigen
......
Supports Markdown
0% or .
You are about to add 0 people to the discussion. Proceed with caution.
Finish editing this message first!
Please register or to comment