Commit 662901be authored by Theresa Menard's avatar Theresa Menard
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<salute rend="align(center)">Sehr verehrter Herr Schönberg &#8211; </salute>
</opener>
<p>Ich erhalte Ihren Brief rechtzeitig <choice><sic>genug</sic><corr>genug,</corr></choice>
<lb/>um ihn noch beantworten zu können.<note resp="#theresa.menard">Am <date when-iso="1909-08-02">2. August 1909</date> begab <persName ref="#p0017">Busoni</persName> sich auf eine zehn- bis vierzehntägige Reise nach <placeName ref="l0013">Italien</placeName>, welche er in einer „Krisis von Übermüdung verbrachte“ (Brief an Galston vom 17.8.1909) <persName ref="#p0023">Schönbergs</persName> Brief vom <date when-iso="1909-07-31">31.7.1909</date> scheint <persName ref="#p0017">Busoni</persName> am Tag seiner Abreise zu erreichen. (Vgl.: Galston, Theurich und Dent und Petri)</note></p>
<lb/>um ihn noch beantworten zu können.<note resp="#theresa.menard">Am <date when-iso="1909-08-02">2. August 1909</date> begab <persName ref="#p0017">Busoni</persName> sich auf eine zehn- bis vierzehntägige Reise nach <placeName ref="l0013">Italien</placeName>, welche er in einer „<quote>Krisis von Übermüdung verbrachte</quote>“ (<bibl><ref target="#b0020">Brief vom <date when-iso="1909-08-17"></date></ref></bibl>). <persName ref="#p0023">Schönbergs</persName> <rs ref="#1909-07-31">Brief vom <date when-iso="1909-07-31">31.7.1909</date></rs> scheint <persName ref="#p0017">Busoni</persName> am Tag seiner Abreise zu erreichen (vgl. <bibl><ref target="#b0020">Weindel 1999</ref>S. 27</bibl>). Die genaue Länger der Reise lässt sich nicht exakt bestimmen. Zwar schreibt <persName>Busoni</persName> am Ende <ref target="1909-08-02-bs">dieses Briefes</ref>, dass sie zehn Tage andauern soll, jedoch lassen Briefe vom <date when-iso="1909-08-16">16. August</date> an <persName ref="#p0031">Egon Petri</persName> und vom <date when-iso="1909-08-17">17. August</date> an <persName ref="#p0049">Gottfired Galston</persName> durchaus eine kurze Verlängerung der Reise vermuten. In beiden schreibt <persName ref="#0017">Busoni</persName>, dass er gerade von der Ferienreise zurück sei (vgl. <bibl><ref target="#0038">Weindel 1999</ref>S. 107</bibl> und <bibl><ref target="#b0020">Weindel 1999</ref>S. 30</bibl>).
</note></p>
<p>Ich muss
<note resp="#theresa.menard" type="ed_t" subtype="minor">
<bibl><ref target="#b0004">Theurich 1977</ref> (165)</bibl> fälschlich: <quote>muß</quote>.
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</note> zu haben, umsomehr als es
<lb/>sich mit einigen meiner eigenen Ideen
<lb/>über die nächste Aufgabe der Musik
<note resp="#theresa.menard"><persName ref="#p0017">Busonis</persName> Idee über die nächste Aufgabe der Musik veröffentlichte er bereits <date when-iso="1907">1907</date> im „Entwurf einer neuen Aesthetik der Tonkunst.“ Eine überarbeitete und erweiterte Fassung erschien <date when-iso="1916">1916</date>. Im nachfolgenden Briefwechsel sendet <persName ref="#p0017">Busoni</persName> <persName ref="#p0023">Schönberg</persName> ein Exemplar der ersten Ausgabe zu. (Vgl.Brief vom 20. August 1909)</note>
<note resp="#theresa.menard"><persName ref="#p0017">Busonis</persName> Idee über die nächste Aufgabe der Musik veröffentlichte er bereits <date when-iso="1907">1907</date> im „<title ref="#w0043">Entwurf einer neuen Aesthetik der Tonkunst.</title>“.
</note>
<lb/>deckt. &#8211; Wenn ich mit dem Inhalte
<lb/>auch ganz einverstanden geworden, so
<lb/>blieb mir die Form des Ausdruckes auf
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<p>Wenn Sie auf vierstimmige gehaltene
<lb/><choice><sic>Accorde</sic><corr>Akkorde</corr></choice> &#8211; in ungünstiger Lage &#8211; das Zeichen
<lb/> &lt; &gt;
<note resp="theresa.menard">Vgl.<title ref="#w0019">Drei Klavierstücke op. 11</title> Nr. 2 Takt 11 und 12. 
Ausführungen <persName ref="#p0023">Schönbergs</persName> zur Nutzung und Interpretation der von <persName ref="#p0017">Busoni</persName> beanstandeten Zeichensetzungen finden sich im nachfolgenden Brief vom <date when-iso="1909-08-13">13. August 1909</date>.</note>
<note resp="theresa.menard">Vgl.<title ref="#w0019">Drei Klavierstücke op.&#8239;11</title> Nr.&#8239;2 Takt 11 und 12. 
Ausführungen <persName ref="#p0023">Schönbergs</persName> zur Nutzung und Interpretation der von <persName ref="#p0017">Busoni</persName> beanstandeten Zeichensetzungen finden sich im nachfolgenden <ref target="#1909-08-13-sb">Brief vom <date when-iso="1909-08-13">13. August 1909</date></ref>.
</note>
<subst><add place="above"><choice><sic> setzen</sic><corr> setzen,</corr></choice></add></subst> so bedeutet das eine Absicht, die
<lb/>in der Setzung nicht verwirklicht ist.
<lb/><del rend="strikethrough">Wie</del> Das ist nicht
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<lb/>Sie hier einwerfen, das <choice><sic>waere</sic><corr>wäre</corr></choice> nur das
<lb/>Verdienst Ihres Stückes.) Jedenfalls – und
<lb/>hier tritt das <hi rend="underline">böse</hi> Gewissen auf &#8211; habe
<lb/>ich mich so weit u. <note resp="#theresa.menard" type="ed_t" subtype="major">
<lb/>ich mich so weit u.
<note resp="#theresa.menard" type="ed_t" subtype="major">
<bibl><ref target="#b0004">Theurich 1977</ref> (165)</bibl> und
<bibl><ref target="#b0005">Theurich 1979</ref> (149)</bibl> fälschlich: <quote> u. so nahe</quote>.
</note> nahe in Ihre Gedanken
<lb/>eingelebt, dass es mich <choice><sic>unwiederstehlich</sic><corr>unwiderstehlich</corr></choice>
<lb/><add place="inspace">dazu</add> drängte, Ihre offenbaren Absichten mir
<lb/>selbst zum <hi rend="underline">Klingen</hi> <note resp="#theresa.menard" type="ed_t" subtype="minor">
<lb/>selbst zum <hi rend="underline">Klingen</hi>
<note resp="#theresa.menard" type="ed_t" subtype="minor">
<bibl><ref target="#b0004">Theurich 1977</ref> (165)</bibl> und
<bibl><ref target="#b0005">Theurich 1979</ref> (149)</bibl>: <quote> klingen</quote>.
</note> zu bringen. &#8211; Wenn Sie
<lb/>von "Klangsinn in der üblichen Bedeutung"
<note resp="theresa.menard"><persName ref="#p0017">Busoni</persName> paraphrasiert hier den vorhergehenden Brief <persName ref="#p0023">Schönbergs</persName> vom <date when-iso="1909-07-31">31. Juli 1909</date>.</note>
<note resp="theresa.menard"><persName ref="#p0017">Busoni</persName> paraphrasiert hier den <ref target="#1909-07-31-sb">vorhergehenden Brief</ref> <persName ref="#p0023">Schönbergs</persName> vom <date when-iso="1909-07-31">31. Juli 1909</date>.</note>
<lb/>sprechen, so haben Sie &#8211; bei mir &#8211; den
<lb/>allgemein genannten <choice><sic>Claviervirtuosen</sic><corr>Klaviervirtuosen</corr></choice>
<lb/>im Auge. Dagegen muss <hi rend="underline">ich</hi> mich wieder
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wehren, denn ich <subst><del rend="overwritten"><choice><unclear cert="high">nun</unclear><unclear cert="low">nur</unclear></choice></del><add place="across">bin</add></subst> mir sehr bewusst, gerade
<lb/>das <choice><sic>keusche, unbestimmte, verfeinerte</sic><corr>Keusche, Unbestimmte, Verfeinerte</corr></choice> dem <choice><sic>Clavier</sic><corr>Klavier</corr></choice>
<lb/>hinzugefügt zu haben, den <hi rend="underline">Klang</hi> <hi rend="underline">ohne</hi> <hi rend="underline">Technik</hi>
<note resp="#theresa.menard">Im Jahr <date when-iso="1893">1893</date> gelangte <persName ref="#p0017">Busoni</persName> mit seinem Klavierspiel in eine Krise. <date when-iso="1910">1910</date> schreibt er rückblickend: „Es war jene Zeit meines Lebens, da ich mir solcher Lücken und Fehler in meinem eigenen Spiele bewußt geworden war, daß ich mit energischem Entschlusse das Studium des Klavieres von vorne und auf ganz neuer Grundlage begann.“ (Wert der Bearbeitung 1910) Durch dieses jahrelang andauernde Studium und eine ständige Weiterentwicklung seines Spiels gelang ihm letztlich eine mühelos erscheinende Darstellung der anspruchsvollsten Werke: eine Überwindung der Technik. (Vgl. Von der Einheit der Musik, Ermen, Theurich 1979)</note>.</p>
<note resp="#theresa.menard">Im Jahr <date when-iso="1893">1893</date> gelangte <persName ref="#p0017">Busoni</persName> mit seinem Klavierspiel in eine Krise. <date when-iso="1910">1910</date> schreibt er rückblickend: „<quote>Es war jene Zeit meines Lebens, da ich mir solcher Lücken und Fehler in meinem eigenen Spiele bewußt geworden war, daß ich mit energischem Entschlusse das Studium des Klavieres von vorne und auf ganz neuer Grundlage begann.</quote>“ (<bibl><ref target="b0036">Weindel 2006 [1910]</ref>S. 55</bibl>) Durch dieses jahrelang andauernde Studium und eine ständige Weiterentwicklung seines Spiels gelang ihm letztlich eine mühelos erscheinende Darstellung der anspruchsvollsten Werke: eine Überwindung der Technik (vgl. <bibl><ref target="#b0018">Weindel 2006</ref>S. 55</bibl>, <bibl><ref target="#b0031">Ermen 1996</ref>S. 36 ff.</bibl> und <bibl><ref target="#b0005">Theurich 1979</ref>S. 69 f.</bibl>).
</note></p>
<p>Um meine Beichte zu beenden, <subst><del rend="overwritten"><unclear>verg</unclear></del><add place="across">erfahren</add></subst> <!--unsicher ob Beginn von "vergeben"? -->
<lb/><choice><sic>Sie</sic><corr>Sie,</corr></choice> dass ich (<choice><sic>unbescheidener Weise</sic><corr>unbescheidenerweise</corr></choice>) Ihr Stück
<lb/><rs ref="#w0032" corresp="#w0019"><choice><sic>„uminstrumentirt“</sic><corr>„uminstrumentiert“</corr></choice></rs><note resp="#theresa.menard" type="ed_t" subtype="major">
<lb/><rs ref="#w0032" corresp="#w0019"><choice><sic>„uminstrumentirt“</sic><corr>„uminstrumentiert“</corr></choice></rs>
<note resp="#theresa.menard" type="ed_t" subtype="major">
<bibl><ref target="#b0004">Theurich 1977</ref> (165)</bibl> und
<bibl><ref target="#b0005">Theurich 1979</ref> (149)</bibl> fälschlich: <quote> uminstrumentiert</quote>.
</note> habe. Trotzdem <subst><del rend="strikethrough">das</del> <add place="above">es</add></subst> meine <hi rend="underline">Privat</hi>-
<lb/><hi rend="underline">Sache</hi>
<note resp="therea.menard">Inwieweit <persName ref="#p0017">Busoni</persName> seine <rs ref="w0032">Uminstrumentierung</rs> tatsächlich als Privatsache ansah lässt sich nicht genau feststellen. In einem Brief von <persName ref="#p0049">Gottfried Galston</persName> an <persName ref="#p0017">Busoni</persName> vom <date when-iso="1909-08-06">6. August 1909</date> heißt es jedoch: „Auch <rs ref="#w0032">das paraphrasierte Schönberg-Stück</rs> wird wohl bald gedruckt; es interessiert mich auch sehr.“ (Brief vom 9. August 1909 Galston an Busoni). Offenbar rechnete <persName ref="#p0017">Busoni</persName> fest mit einem Einverständnis <persName ref="#p0023">Schönbergs</persName> bezüglich einer Veröffentlichung der <rs ref="w0032">Paraphrase</rs>.
<note resp="therea.menard">Inwieweit <persName ref="#p0017">Busoni</persName> seine <rs ref="w0032">Uminstrumentierung</rs> tatsächlich als Privatsache ansah lässt sich nicht genau feststellen. In einem Brief von <persName ref="#p0049">Gottfried Galston</persName> an <persName ref="#p0017">Busoni</persName> vom <date when-iso="1909-08-06">6. August 1909</date> heißt es jedoch: „<quote>Auch <rs ref="#w0032">das paraphrasierte Schönberg-Stück</rs> wird wohl bald gedruckt; es interessiert mich auch sehr.</quote>“ (<bibl><ref target="#b0020">Weindel 1999</ref>S. 29</bibl>. Offenbar rechnete <persName ref="#p0017">Busoni</persName> fest mit einem Einverständnis <persName ref="#p0023">Schönbergs</persName> bezüglich einer Veröffentlichung der <rs ref="w0032">Paraphrase</rs>.
</note> bleibt, so durfte ich <choice><sic>Sie</sic><corr>sie</corr></choice> Ihnen nicht ver<lb break="no" n="2"/>schweigen,
mögen Sie mir auch zürnen.</p>
<p>Ich bin natürlich auf die folgenden
......
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