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<pb n="3" facs="1909-07-20-sb_3.png"/>
<choice><sic>mußte</sic><corr>musste</corr></choice>.<note resp="#maximilian.furthmüller">Die Uraufführungen der beiden Streichquartette Nr. <rs ref="#w0031">1</rs> und <rs ref="#w0024">2</rs> am <date when-iso="1907-02-05">5. Februar 1907</date> bzw. <date when-iso="1908-12-21">21. Dezember 1908</date> hatten &#8211; neben anderen Konzerten, wie dem sogenannten &#8222;Watschenkonzert&#8220; vom <date when-iso="1913-03-31">31. März 1913</date> &#8211; zu regelrechten Eklats geführt. In beiden Konzerten kam es zu starken Störungen des Programms durch Gelächter, laute Unterhaltungen und demonstratives Verlassen des Konzerts. Insbesondere die Aufführung des <rs ref="#w0024">Streichquartetts Nr. 2</rs> zog, auch aufgrund der Forderungen nach Abbruch des Konzerts vor dem letzten Satz, ein gewaltiges internationales Medienecho nach sich (<bibl><ref target="#b0011">Eybl 2004</ref>, S. 22&#8239;ff.</bibl>). <persName ref="#p0023">Schönberg</persName> vermutete hinter diesem Skandal jedoch eine Intrige des einflussreichen Musikkritikers <persName ref="#p0045">Robert Hirschfeld</persName> (vgl. hierzu: <bibl><ref target="#b0011">Eybl 2004</ref>, S. 266</bibl>), worauf hier das Wort <quote>„insceniert“</quote> anspielen mag. Vor dem skandalträchtigen Hintergrund und angesichts der schleppenden Verkaufszahlen der bisher erschienen Werke (vgl. Brief von <persName ref="#p0044">Marschalk</persName> an <persName ref="#p0023">Schönberg</persName> vom <date when-iso="1909-01-11">11. Januar 1909</date>), weigerte sich der <orgName ref="#o0006">Dreililien-Verlag</orgName> das Werk zu drucken, weshalb <persName ref="#p0023">Schönberg</persName> das <rs ref="#w0024">Quartett</rs> <date when-iso="1909">1909</date> im Selbstverlag publizierte (vgl. <bibl><ref target="#b0005">Theurich 1979</ref>, S. 66</bibl>).</note>
<choice><sic>mußte</sic><corr>musste</corr></choice>.<note resp="#maximilian.furthmüller">Die Uraufführungen der beiden Streichquartette Nr. <rs ref="#w0031">1</rs> und <rs ref="#w0024">2</rs> am <date when-iso="1907-02-05">5. Februar 1907</date> bzw. <date when-iso="1908-12-21">21. Dezember 1908</date> hatten zu regelrechten Eklats geführt. In beiden Konzerten kam es zu massiven Störungen des Programms durch Gelächter, laute Unterhaltungen und durch demonstratives Verlassen des Konzerts. Insbesondere die Aufführung des <rs ref="#w0024">Streichquartetts Nr. 2</rs> zog, auch aufgrund der Forderungen nach Abbruch des Konzerts vor dem letzten Satz, ein gewaltiges internationales Medienecho nach sich (<bibl><ref target="#b0011">Eybl 2004</ref>, S. 22&#8239;ff.</bibl>). <persName ref="#p0023">Schönberg</persName> vermutete hinter diesem Skandal jedoch eine Intrige des einflussreichen Musikkritikers <persName ref="#p0045">Robert Hirschfeld</persName> (vgl. hierzu: <bibl><ref target="#b0011">Eybl 2004</ref>, S. 266</bibl>), worauf hier das Wort <quote>„insceniert“</quote> anspielen mag. Vor diesem skandalträchtigen Hintergrund und angesichts der schleppenden Verkaufszahlen der bislang erschienen Werke (vgl. Brief von <persName ref="#p0044">Marschalk</persName> an <persName ref="#p0023">Schönberg</persName> vom <date when-iso="1909-01-11">11. Januar 1909</date>), weigerte sich der <orgName ref="#o0006">Dreililien-Verlag</orgName>, das Werk zu drucken, weshalb <persName ref="#p0023">Schönberg</persName> das <rs ref="#w0024">Quartett</rs> im <date when-iso="1909-02">Februar 1909</date> im Selbstverlag publizierte (vgl. <bibl><ref target="#b0005">Theurich 1979</ref>, S. 66</bibl>).</note>
Damit habe ich wohl alle Beziehungen
<lb/>gegen diesen <rs ref="#o0006">Verlag</rs> gelöst, höchstens jene der
<lb/>Dankbarkeit nicht, die ich ihm noch für sein
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<lb/>einem denkenden <choice><abbr>u.</abbr><expan>und</expan></choice> fühlenden Menschen,
<lb/>als welchen ich Sie übrigens schon zu
<lb/>erkennen geglaubt habe. Ich kenne
<lb/>von Ihnen ein Quartett<note resp="#maximilian.furthmüller">Es ist nicht vollkommen zu klären, ob diese Anspielung <persName ref="#p0023">Schönbergs</persName> Streichquartett Nr. <rs ref="#w0031">1</rs> oder <rs ref="#w0024">2</rs> gilt. Die Vermutung Theurichs (<bibl><ref target="#b0005">Theurich 1979</ref>, S. 66&#8239;f.</bibl>), <persName ref="#p0017">Busoni</persName> sei anlässlich seiner Meisterklasse im <date when-iso="1907-02">Februar 1907</date> und der zeitgleichen Uraufführung des <rs ref="#w0031">Streichquartetts Nr. 1</rs> mit dem Werk in Berührung gekommen, ist nicht zutreffend, da <persName ref="#p0017">Busoni</persName> seine Lehrtätigkeit am <orgName ref="#o0010">Wiener Konservatorium</orgName> erst im <date when-iso="1907-10">Oktober</date> begann (<bibl><ref target="#b0019">Dent 1933</ref>, S. 159</bibl>; <bibl><ref target="#b0016">Stuckenschmidt 1967</ref>, S. 31</bibl>). Dennoch ist naheliegend, dass <persName ref="#p0017">Busoni</persName> über Kenntnisse des <rs ref="#w0031">Streichquartetts Nr. 1</rs> verfügte, war das Werk doch bereits <date when-iso="1907">1907</date> im <orgName ref="#o0006">Dreililien Verlag</orgName> in Berlin veröffentlicht worden, das <rs ref="#w0024">Streichquartett Nr. 2</rs> erst im Laufe des <date when-iso="1909-02">Februar 1909</date>, noch dazu im Selbstverlag.</note> Lieder<note resp="#maximilian.furthmüller">Es ist unklar, welche Lieder <persName ref="#p0023">Schönbergs</persName> <persName ref="#p0017">Busoni</persName> zu diesem Zeitpunkt bekannt waren (vgl. <bibl><ref target="#b0005">Theurich 1979</ref>, S. 67</bibl>).</note> und
<lb/>von Ihnen ein Quartett<note resp="#maximilian.furthmüller">Es ist nicht vollkommen zu klären, ob diese Anspielung <persName ref="#p0023">Schönbergs</persName> Streichquartett Nr. <rs ref="#w0031">1</rs> oder <rs ref="#w0024">2</rs> gilt. Die Vermutung Theurichs (<bibl><ref target="#b0005">Theurich 1979</ref>, S. 66&#8239;f.</bibl>), <persName ref="#p0017">Busoni</persName> sei anlässlich seiner Meisterklasse im <date when-iso="1907-02">Februar 1907</date> und der zeitgleichen Uraufführung des <rs ref="#w0031">Streichquartetts Nr. 1</rs> mit diesem Werk in Berührung gekommen, ist nicht zutreffend, da <persName ref="#p0017">Busoni</persName> seine Lehrtätigkeit am <orgName ref="#o0010">Wiener Konservatorium</orgName> erst im <date when-iso="1907-10">Oktober</date> begann (<bibl><ref target="#b0019">Dent 1933</ref>, S. 159</bibl>; <bibl><ref target="#b0016">Stuckenschmidt 1967</ref>, S. 31</bibl>). Dennoch ist naheliegend, dass <persName ref="#p0017">Busoni</persName> über Kenntnisse des <rs ref="#w0031">Streichquartetts Nr. 1</rs> verfügte, war das Werk doch bereits <date when-iso="1907">1907</date> im <orgName ref="#o0006">Dreililien Verlag</orgName> in Berlin veröffentlicht worden, das <rs ref="#w0024">Streichquartett Nr. 2</rs> hingegen erst im Laufe des <date when-iso="1909-02">Februar 1909</date>, noch dazu im Selbstverlag.</note> Lieder<note resp="#maximilian.furthmüller">Es ist unklar, welche Lieder <persName ref="#p0023">Schönbergs</persName> <persName ref="#p0017">Busoni</persName> zu diesem Zeitpunkt bekannt waren (vgl. <bibl><ref target="#b0005">Theurich 1979</ref>, S. 67</bibl>).</note> und
<lb/>seinerzeit hatte ich eine Partitur von
<lb/><rs ref="#w0012">Pelleas <choice><abbr>u.</abbr><expan>und</expan></choice> Melisande</rs> in Händen<note resp="#maximilian.furthmüller"><persName ref="#p0023">Schönberg</persName> hatte <persName ref="#p0017">Busoni</persName> bereits <date when-iso="1903">1903</date> <rs ref="#w0012">Pelleas und Melisande</rs> aus Anlass der Aufführung seiner <rs ref="#w0017">Instrumentierung von Schenkers Syrischen Tänzen</rs> bei den <orgName ref="#o0003">Berliner Orchesterabenden</orgName> angeboten (vgl. <ref target="#1903-09-10-sb">Brief vom <date when-iso="1903-09-10">10. September 1903</date></ref>) und eine Partitur zukommen lassen (vgl. <ref target="#1903-09-20-sb">Brief vom <date when-iso="1903-09-20">20. September 1903</date></ref>). Zu einer Aufführung war es nicht gekommen, da <persName ref="#p0023">Schönberg</persName> eine anderweitige Darbietung des Werks (im Rahmen der Konzerte der <orgName ref="#o0008">Vereinigung schaffender Tonkünstler</orgName>) in Aussicht hatte und die Paritur zurückforderte (vgl. <ref target="#1903-12-16-sb">Brief vom <date when-iso="1903-12-16">16. Dezember 1903</date></ref>; vgl. <bibl><ref target="#b0008">Weindel 2004</ref>, S. 101&#8239;f.</bibl>). <persName ref="#p0017">Busoni</persName> nimmt an dieser Stelle seltsamerweise keinen Bezug darauf.</note>. Die
<lb/><rs ref="#w0012">Pelleas <choice><abbr>u.</abbr><expan>und</expan></choice> Melisande</rs> in Händen<note resp="#maximilian.furthmüller"><persName ref="#p0023">Schönberg</persName> hatte <persName ref="#p0017">Busoni</persName> bereits <date when-iso="1903">1903</date> <rs ref="#w0012">Pelleas und Melisande</rs> aus Anlass der Aufführung seiner <rs ref="#w0017">Instrumentierung</rs> von <persName ref="#p0024">Schenkers</persName> <rs ref="#w0016">Syrischen Tänzen</rs> bei den <orgName ref="#o0003">Berliner Orchesterabenden</orgName> angeboten (vgl. <ref target="#1903-09-10-sb">Brief vom <date when-iso="1903-09-10">10. September 1903</date></ref>) und eine Partitur zukommen lassen (vgl. <ref target="#1903-09-20-sb">Brief vom <date when-iso="1903-09-20">20. September 1903</date></ref>). Zu einer Aufführung war es nicht gekommen, da <persName ref="#p0023">Schönberg</persName> eine anderweitige Darbietung des Werks (im Rahmen der Konzerte der <orgName ref="#o0008">Vereinigung schaffender Tonkünstler</orgName>) in Aussicht hatte und die Paritur zurückforderte (vgl. <ref target="#1903-12-16-sb">Brief vom <date when-iso="1903-12-16">16. Dezember 1903</date></ref>; vgl. <bibl><ref target="#b0008">Weindel 2004</ref>, S. 101&#8239;f.</bibl>). <persName ref="#p0017">Busoni</persName> nimmt an dieser Stelle seltsamerweise keinen Bezug darauf.</note>. Die
<lb/><rs ref="#w0017">Instrumentation von <rs ref="#w0016"><persName ref="#p0024">Schenker&#8217;s</persName> Tänzen</rs></rs>
<lb/>(die ich in Berlin <choice><sic>zu
<note resp="#maximilian.furthmüller" type="ed_t" subtype="minor">
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</notatedMusic><note resp="#maximilian.furthmüller">Die hier vorliegende Passage erscheint in der Druckfassung leicht verändert &#8211; wohl aufgrund der sich in den folgenden Briefen anschließenden Diskussion (vgl. <bibl><ref target="#b0005">Theurich 1979</ref>, S. 67.</bibl>)</note>
<lb/>Aber vielleicht entspricht das ganz und
<lb/>gar nicht Ihren Absichten.<note resp="#maximilian.furthmüller">Ausgehend von dieser Passage aus der <rs ref="#w0032">Bearbeitung</rs> des <rs ref="#w0019">Klavierstücks op.&#8239;11 Nr. 2</rs> durch <persName ref="#p0017">Busoni</persName> entwickelt sich in den folgenden Briefen eine intensive Diskussion um <persName ref="#p0023">Schönbergs</persName> Klavierstil, den Stellenwert einer Transkription sowie um eine Publikation der Werke. Vergleiche hierzu die Briefe bis einschließlich <ref target="#1910-07-18-bs"></ref><date when-iso="1910-07-18">18. Juli 1910</date>, zu <persName ref="#p0023">Schönbergs</persName> Äußerungen zur Kompositionstechnik jedoch besonders die Briefe vom <ref target="#1909-08-13-sb"><date when-iso="1909-08-13">13. August 1909</date></ref>, <ref target="#1909-08-24-sb"><date when-iso="1909-08-24">24. August 1909</date></ref> und <ref target="#1910-07-03-sb"><date when-iso="1910-07-03">3. Juli 1910</date></ref>.</note></p>
<lb/>gar nicht Ihren Absichten.<note resp="#maximilian.furthmüller">Ausgehend von dieser Passage aus der <rs ref="#w0032">Bearbeitung</rs> des <rs ref="#w0019">Klavierstücks op.&#8239;11 Nr. 2</rs> durch <persName ref="#p0017">Busoni</persName> entwickelt sich in den folgenden Briefen eine intensive Diskussion um <persName ref="#p0023">Schönbergs</persName> Klavierstil, den Stellenwert einer Transkription sowie um eine mögliche Publikation der Werke. Vergleiche hierzu die Briefe bis einschließlich <ref target="#1910-07-18-bs"></ref><date when-iso="1910-07-18">18. Juli 1910</date>, zu <persName ref="#p0023">Schönbergs</persName> Äußerungen zur Kompositionstechnik jedoch besonders die Briefe vom <ref target="#1909-08-13-sb"><date when-iso="1909-08-13">13. August 1909</date></ref>, <ref target="#1909-08-24-sb"><date when-iso="1909-08-24">24. August 1909</date></ref> und <ref target="#1910-07-03-sb"><date when-iso="1910-07-03">3. Juli 1910</date></ref>.</note></p>
<note type="stamp" resp="#lc_st_red" rend="majuscule" place="bottom-right"><stamp>(* The * Library * of * Congress *)</stamp></note>
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