Commit cbd68b3c authored by Dr. Ullrich Scheideler's avatar Dr. Ullrich Scheideler
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parent 88efc953
......@@ -1974,11 +1974,11 @@
</persName>
<birth>
<date when-iso="1881-03-25">25. März 1881</date>
<placeName ref="#l0154">Groß-Sankt-Nikolaus</placeName>
<placeName ref="l0154">Groß-Sankt-Nikolaus</placeName>
</birth>
<death>
<date when-iso="1945-09-26">26. September 1945</date>
<placeName ref="#l0031">New York</placeName>
<placeName ref="l0031">New York</placeName>
</death>
<sex value="1"/>
<occupation>Komponist</occupation>
......@@ -2454,6 +2454,44 @@
<occupation>Schriftstellerin</occupation>
</person>
<person xml:id="p0120">
<idno type="GND">119068389</idno>
<persName>
<forename>Paul</forename>
<forename>Amadeus</forename>
<surname>Pisk</surname>
</persName>
<birth>
<date when-iso="1893-05-16">16. Mai 1893</date>
<placeName ref="#l0002">Wien</placeName>
</birth>
<death>
<date when-iso="1990-01-12">12. Januar 1990</date>
<placeName ref="#l0037">Los Angeles</placeName>
</death>
<sex value="1"/>
<occupation>Komponist</occupation>
<occupation>Musikwissenschaftler</occupation>
</person>
<person xml:id="p0121">
<idno type="GND">116701218</idno>
<persName>
<forename>Josef</forename>
<surname>Rufer</surname>
</persName>
<birth>
<date when-iso="1893-12-18">18. Dezember 1893</date>
<placeName ref="#l0002">Wien</placeName>
</birth>
<death>
<date when-iso="1985-11-07">7. November 1985</date>
<placeName ref="#l0029">Berlin</placeName>
</death>
<sex value="1"/>
<occupation>Musiktheoretiker</occupation>
<occupation>Musikwissenschaftler</occupation>
</person>
<!--
Personen nur oberhalb dieses Kommentars ergänzen!
......
......@@ -309,11 +309,11 @@
<p>
bitte vielmals, seien Sie mir
<lb/>nicht böse, weil ich so lange nicht geschrieben habe. Ich habe sehr
<lb/>sehr viel gearbeitet; habe eine Harmonielehre fertig gemacht,
<lb/>den zweiten <choice><sic>Theil</sic><corr>Teil</corr></choice> meiner Gurre-Lieder instrumentiert; ein
<lb/>Drama mit Musik (etwas allerdings sehr Kurzes) gedichtet und
<lb/>sehr viel gearbeitet; habe eine <title ref="#w0039">Harmonielehre</title> fertig gemacht,
<lb/>den zweiten <choice><sic>Theil</sic><corr>Teil</corr></choice> meiner <title ref="#w0042">Gurre-Lieder</title> instrumentiert; ein
<lb/><title ref="#w0021">Drama mit Musik</title> (etwas allerdings sehr Kurzes) gedichtet und
<lb/>noch viel Anderes gemacht. Da fand ich nicht die Ruhe und
<lb/>war immer zu [beschäftigt] mir Ihr so kompliziertes Klavierwerk mit <!-- Wort fehlt -->
<lb/>war immer zu [beschäftigt] mir Ihr so kompliziertes <title ref= "#w0018">Klavierwerk</title> mit <!-- Wort fehlt -->
<lb/>ganzer Sorgfalt anzusehen, die eine so ernste Arbeit bean,
<lb type="inWord" />sprucht. Und ein oberflächliches Wort möchte ich Ihnen
<lb/>dann doch nicht darüber sagen. Wenn ich jetzt doch tun <choice><sic>muß</sic><corr>muss</corr></choice>
......@@ -324,7 +324,7 @@
<lb/>Was ich also zunächst bewundere, ist <choice><sic>daß</sic><corr>dass</corr></choice> Sie es fertig ge,
<lb type="inWord"/>bracht haben, sich so restlos in die Stil- und Gedankenwelt
<lb/>des Bachschen Themas einzuleben, <choice><sic>daß</sic><corr>dass</corr></choice> <del rend="strikethrough">ein</del> die Harmonik,
<lb/>die ja der modernsten stellenweise sehr nachkommt,
<lb/>die ja der modernsten stellenweise sehr nahekommt,
<lb/>doch nicht aus dem Ton des Ganzen herausfällt. Mir ist
<lb/>das ein Beweis für eine Idee, die ich schon lange hege: <choice><sic>daß</sic><corr>dass</corr></choice>
<lb/>der Stil, <del rend="strikethrough"><!-- --></del>wenn er überhaupt ein <hi rend="underline">wirkliches</hi> (und
......@@ -346,21 +346,21 @@
<lb/>An der Gesamtpersönlichkeit!
</p>
<p>
Abner ich werde mir Ihr Werk noch viel genauer ansehen und
Aber ich werde mir Ihr Werk noch viel genauer ansehen und
<lb/>Ihnen dann noch Anderes darüber sagen.
</p>
<p>
Und nun etwas, um das ich Sie schon lange ersuchen wollte:
<lb/>Ich möchte gerne andere Werke von Ihnen kennen. Solche die
<lb/>das in die Tat umsetzen, was Ihre Brochüre verheißt.
<lb/>das in die Tat umsetzen, was Ihre <title ref="#w0043">Broschüre</title> verheißt.
<lb/>Darf ich sie darum bitten?
</p>
<p>
Interessiert es Sie mein Quartett op 10 (mit Gesang) kennen
Interessiert es Sie mein <title ref="#w0024">Quartett op 10 (mit Gesang)</title> kennen
<lb/>zu lernen, so kann ich Ihnen die Partitur senden.
</p>
<p>
Verzeihen Sie ich <choice><sic>muß</sic><corr>muss</corr></choice> schließen. Ich muss heute Briefe
Verzeihen Sie ich <choice><sic>muß</sic><corr>muss</corr></choice> schließen. Ich <choice><sic>muß</sic><corr>muss</corr></choice> heute Briefe
die mehr als vier Wochen alt sind, erledigen, denn morgen
<pb n="4" facs="1910-09-04-sb_4.png"/>
will ich wieder arbeiten.
......
......@@ -318,12 +318,7 @@
<lb/>zur Aufführung eingereicht (zwei kurze Stücke: <rs ref="#w0022">&#8222;Monodram&#8220;</rs> und
<lb/><rs ref="#w0021">&#8222;Die glückliche Hand&#8220;</rs>) und mit ihm darüber verhandelt, <choice><sic>daß</sic><corr>dass</corr></choice>
<lb/>ich sie selbst dirigiere. Mich ihm <choice><sic>gleichzeitig,</sic><corr>gleichzeitig</corr></choice> als Dirigenten
<lb/>angetragen für die andern <choice><sic>Musik<choice><unclear cert="high">l</unclear><unclear cert="low">t</unclear></choice>werke
<!-- wohl einfach nur "Musikwerke", Strich evtl. zu "w" -->
<note resp="#maximilian.furthmüller" type="ed_t" subtype="minor">
<bibl><ref target="#b0004">Theurich 1977</ref> (188)</bibl> und
<bibl><ref target="#b0005">Theurich 1979</ref> (189)</bibl> fälschlich: <quote>„Musikwerke“</quote>.</note>
</sic><corr>Musikwerke</corr></choice>, die er in dieser
<lb/>angetragen für die andern Musikwerke, die er in dieser
<lb/>Saison aufführen will.<note resp="#maximilian.furthmüller">An Musikwerken führte <persName ref="#p0043">Reinhardt</persName> in der aktuellen sowie in der folgenden Saison u.&#8239;a. <persName ref="#p0020">Offenbachs</persName> <rs ref="#w0036">&#8222;Die schöne Helena&#8220;</rs>, <persName ref="#p0017">Busonis</persName> <rs ref="#w0033">Turandot-Musik</rs> sowie <persName ref="#p0070">Humperdincks</persName> <rs ref="#w0037">&#8222;Der blaue Vogel&#8220;</rs> auf (<bibl><ref target="#b0029">Boeser (u.&#8239;a.), 1984</ref>, S. 332&#8239;f.</bibl>).</note> Er war <hi rend="underline" n="2">sehr geneigt</hi><choice><orig/><reg>,</reg></choice> und ich
<lb/>glaube, wenn ich ihn noch einmal sprechen könnte, wäre
<lb/>die Sache gemacht. Dabei <unclear cert="high" reason="illegible">hoff</unclear>te
......
......@@ -225,11 +225,11 @@
<salute rend="inline">Sehr verehrter Herr <persName ref="#p0017">Busoni</persName>,</salute>
</opener>
<p>
ich bin jetzt <lb/>
mit der Instandsetzung meiner Wohunng fertig <lb/>
und möchte Sie (ich hatte bis dahin keine Zeit) <lb/>
nun sehr gern bald besuchen. Wann treffe ich <lb/>
Sie einmal allein? Hätten Sie die Liebens
ich bin jetzt
<lb/>mit der Instandsetzung meiner Wohunng fertig <note resp="ullrich.scheideler">Schönberg war am 1. Oktober 1911 in die Villa Lepcke in Berlin Zehlendorf gezogen.</note>
<lb/>und möchte Sie (ich hatte bis dahin keine Zeit)
<lb/>nun sehr gern bald besuchen. Wann treffe ich
<lb/>Sie einmal allein? Hätten Sie die Liebens
<lb break="no"/>würdigkeit, mir eine Zeile zu schreiben?
</p>
<closer>
......
......@@ -239,7 +239,8 @@
<lb break="no"/>orteten nicht. Aber das ist doch wohl keine Absicht; eher <lb/>
vielleicht das Gegenteil! Deshalb schreibe ich Ihnen noch
<lb break="no"/>mals. In der Zwischenzeit war ich bei Ihrer Turandot-
<lb break="no"/>Musik, deren Partitur ich gerne sähe, ehe ich mit Ihnen <lb/>
<lb break="no"/>Musik,<note resp="ullrich.scheideler">Busoni hatte bereits 1905 Musik zu Carlo Gozzis Märchendrama "Turandot" komponiert. Die Uraufführung hatte am 27. Oktober 1911 am Deutschen
Theater in Berlin stattgefunden. Schönberg dürfte eine der Folgeaufführungen besucht haben. Die Fassung als Orchestersuite war bereits 1906 uraufgeführt worden.</note> deren Partitur ich gerne sähe, ehe ich mit Ihnen <lb/>
darüber spreche. Ebenso, wie die des Konzertstückes<note resp="#jakob.schmidt" type="ed_t" subtype="major">
<bibl><ref target="#b0004">Theurich 1977</ref> (189) und <ref target="#b0005">Theurich 1979</ref> (191) </bibl>fälschlich: <quote>„Klavierstückes“</quote>.</note> das <lb/>
ich in Wien hörte. Darum wollte ich Sie schon lange <lb/>
......
......@@ -317,7 +317,8 @@
<lb/>ich mir durch Schmeichelei Ihre Mitwirkung
<lb/>er<del rend="strikethrough">r</del>obern will, kann ich Ihnen über Ihre
<lb/>Kompositionen mit aller Wärme das sagen,
<lb/>wozu es mich drängt.
<lb/>wozu es mich drängt.<note resp="ullrich.scheideler">Schönberg hatte am 19. Januar 1912 ein Konzert in Berlin unter der Leitung Oskar Frieds besucht, in dem drei Werke
Busonis zur Aufführung gelangt waren: die "Fantasia Contrappuntistica", die <rs ref="#w0015">"Berceuse Elégiaque"</rs> sowie das <rs ref="#w0014">Klavierkonzert</rs>.</note>
</p>
<p>Am nächsten <choice><sic>gieng</sic><corr>ging</corr></choice> mir die <rs ref="#w0015">Berceuse</rs>,
<lb/>die ein sehr schönes, tief ergreifendes Stück
......@@ -326,7 +327,7 @@
<lb/>gesagt, wirklich bewegt. Dann aber hat mir
<lb/>auch das <rs ref="#w0014">Klavier-Konzert</rs>, das mir seiner<lb break="no"/>zeit
in <placeName ref="#l0002">Wien</placeName> (ich sage es ehrlich) gänzlich
<lb/><choice><sic>mißfallen</sic><corr>missfallen</corr></choice> hat, diesmal auch ausgezeichnet
<lb/><choice><sic>mißfallen</sic><corr>missfallen</corr></choice> hat <!-- lässt sich herausbekommen, wann Schönberg das Konzert schon einmal gehört hat? -->, diesmal auch ausgezeichnet
<lb/>gefallen. Ich verstehe das nicht, und es scheint,
<lb/><choice><sic>daß</sic><corr>dass</corr></choice> wir, die wir zu den Besten zu gehören
<lb/>glauben, doch oft genug versagen. Ich hatte
......@@ -340,7 +341,9 @@
<note type="foliation" place="bottom-right" resp="#pencil">[1]</note>
<pb facs="1912-01-22-sb_2.png" break="no" n="2"/>hafter Architektur, ununterbrochen fließend, voller
<pb facs="1912-01-22-sb_2.png" break="no" n="2"/>
hafter Architektur, ununterbrochen fließend, voller
<lb/>Einfälle und wunderbarer Stimmungen. Stau
<lb break="no"/>nenswert ist es, <choice><sic>daß</sic><corr>dass</corr></choice> Sie sich über ein so großes
<lb/>umfangreiches Stück immer den <choice><sic>Ueberblick</sic><corr>Überblick</corr></choice> ge
......
......@@ -346,7 +346,7 @@
<lb break="no"/>worte Ihnen dann direkt &#8212; wenn Sie
<lb/>mir schon nicht selbst ein paar Zeilen wid
<lb break="no"/>men wollen (Warum übrigens &#8211; früher
<lb/>schreiben Sie mir doch!)
<lb/>schrieben Sie mir doch!)
</p>
<p>Nun <choice><sic>muß</sic><corr>muss</corr></choice> ich sie um Eines bitten:
<lb/>Lassen Sie mich <hi rend="underline">so bald wie möglich</hi>
......@@ -358,13 +358,16 @@
<lb/>Ich habe (ohne Zusammenhang mit diesem
<lb/>Unternehmen, sondern bloß, weil ich es für un
<lb break="no"/>günstig <del rend="strikethrough">h</del>halte<subst><del rend="overwritten">en</del><add place="across">e</add></subst> <del rend="strikethrough">hate</del><del rend="overwritten"><gap reason="overwritten" atMost="1" unit="char"/></del><choice><sic><add place="across">d</add></sic><corr>, dass</corr></choice> ich jetzt nach Wien gehe)
<lb/>der Akademie in <placeName ref="#l0002">Wien</placeName> abgesagt, bleibe also
<lb/>der Akademie in <placeName ref="#l0002">Wien</placeName> abgesagt<note resp="ullrich.scheideler">Schönberg hatte Anfang Juni 1912 einen Ruf an die Wiener Akademie als Professor für Komposition
erhalten. Am 29. Juni 1912 sagte er jedoch ab, weil er nicht nach Wien zurückkehren wollte und weil er neben Komposition auch Kontrapunkt
und Harmonielehre hätte unterrichten müssen.</note>, bleibe also
<lb/>in <placeName ref="#l0029">Berlin</placeName>!
</p>
<p>Ich <choice><sic>muß</sic><corr>muss</corr></choice> also unbedingt etwas für die
<lb/>nächste Saison unternehmen und da denke
<lb/>ich in erster Linie daran, wieder die
<lb/>Kurse <del rend="strikethrough">zu</del> anzukündigen.
<lb/>Kurse <del rend="strikethrough">zu</del> anzukündigen<note resp="ullrich.scheideler">Im Winter 1911/12 hatte Schönberg im Berlin am Stern'schen Konservatorium Vorträge über
"Ästhetik und Kompositionslehre" gehalten.</note>.
</p>
<pb facs="1912-07-09-sb_3.png" n="3"/><!--Dateiname-->
......
......@@ -279,12 +279,12 @@
<lb/>dass einmal eine Art Musik
<lb break="no" n="2"/>schule auf rein künstlerischer
<lb/>Voraussetzung gestellt
<lb/>würde. Dazu <choice><sic>waere</sic><corr>wäre</corr></choice> <persName ref="#p0023"><choice><sic>Schoenberg</sic><corr>Schönberg</corr></choice></persName>
<lb/>würde. Dazu <choice><sic>waere</sic><corr>wäre</corr></choice> <choice><sic><persName ref="#p0023">Schoenberg</persName></sic><corr>Schönberg</corr></choice>
<lb/>in erster Linie in Betracht zu
<lb/>ziehen; von <persName ref="#p0031">Petri</persName>und <persName ref="#p0029">Kindler</persName>
<lb/>bürge ich, Dass Sie &#8211; in ihren
<lb/>ziehen; von <persName ref="#p0031">Petri</persName> und <persName ref="#p0029">Kindler</persName>
<lb/>bürge ich, dass Sie &#8211; in ihren
<lb/>Fächern &#8211; ihm im rechten
<lb/>Sinne bestünden. Dazu <choice><sic>waere</sic><corr>wäre</corr></choice> fer
<lb/>Sinne beistünden. Dazu <choice><sic>waere</sic><corr>wäre</corr></choice> fer
<lb break="no" n="2"/>ner Kapital nötig, das Unternehmen
<lb/>von wirtschaftlichen Spekulationen
<lb/>unabhängig zu machen und
......
......@@ -312,7 +312,7 @@
<lb/>und meiner Fantasie unrecht. Ich will nicht be
<lb break="no"/>streiten, <choice><sic>daß</sic><corr>dass</corr></choice> sie sich schon gelegentlich für einen
<lb/>Gegenstand entzündet hat, dessen tatsächlicher Wert
<lb/>nur ihr Werte war. Vielleicht hat sie das, da sie
<lb/>nur ihr Werk war. Vielleicht hat sie das, da sie
<lb/>es ja von den Kunstwerken an deren Entstehen ich
<lb/>ihr mitzuwirken gestattete, vielleicht hat sie, da sie
<lb/>das von daher gewöhnt war, es immer nur so getan: selbst
......@@ -326,7 +326,7 @@
<lb/>nichts! <choice><sic>denn</sic><corr>Denn</corr></choice> die Dinge zu denen ich
<lb/>etwas tue (oder gar dazutue, wobei also
<lb/>schon etwas dagewesen sein <choice><sic>muß</sic><corr>muss</corr></choice>) sind von
<lb/>vornherein weiter! Sie verzeiehn: aber ich
<lb/>vornherein weiter! Sie verzeihen: aber ich
<lb/>kann meiner Fantasie unmöglich unrecht
<lb/>tun lassen. Denn meine Fantasie, das
<lb/>bin ich selbst, <subst><del rend="overwritten">bi</del><add place="across">de</add></subst>n<add place="inspace">n</add><!-- Unsicher bezüglich des Tags für das zweite "n"--> ich bin selbst nur ein
......@@ -346,7 +346,10 @@
<pb facs="1912-07-28-sb_4.png" n="4"/>
<lb/>lässt seine Eltern beleidigen.
<lb/><choice>
<orig>läßt</orig>
<reg>lässt</reg>
</choice> seine Eltern beleidigen.
</p>
<p>Setzen Sie, verehrter Herr Busoni, wirklich
<lb/>voraus, dass meine Fantasie sich im Verhält
......
......@@ -258,7 +258,7 @@
<pb facs="1912-07-29-bs_2.png" break="no" n="2"/>
wendungen schon
<lb/>in ihm, enhalten
<lb/>in ihm, enthalten
<lb/>finden. Warum
<lb/>gegen <hi rend="underline">mich</hi> polemi
<lb break="no" n="2"/>sieren, der nichts
......
......@@ -216,11 +216,13 @@
<lb/>und wenn, dann eher am Donnerstag.
</p>
<p>Oft habe ich, wo ich konnte,
<lb/> mich nach Ihnen erkundigt. Steuer
<lb break="no"/>mann berichtete von dem fertig
<lb break="no"/>gestellten <choice> <unclear cert="high"><choice><sic>Clavier Auszug</sic><corr>Klavierauszug</corr></choice></unclear><unclear cert="low">Clavierauszug</unclear></choice>Ihres
<lb/>Bühnenstückes. Ich würde es
<lb/>sehnsüchtig gern <choice><sic>kennen lernen</sic><corr>kennenlernen</corr></choice>.
<lb/> mich nach Ihnen erkundigt. <persName ref="#p0071">Steuer
<lb break="no"/>mann</persName> berichtete von dem fertig
<lb break="no"/>gestellten <choice> <unclear cert="high"><choice><sic>Clavier Auszug</sic><corr>Klavierauszug</corr></choice></unclear><unclear cert="low">Clavierauszug</unclear></choice> Ihres
<lb/><title ref="#w0021">Bühnenstückes</title>. Ich würde es
<lb/>sehnsüchtig gern <choice><sic>kennen lernen</sic><corr>kennenlernen</corr></choice><note resp="ullrich.scheideler">Steuermanns 2-händiger Klavierauszug zur Glücklichen Hand
war vermutlich bereits im Herbst 1913 fertiggestellt worden, blieb aber ungedruckt und ist heute verschollen.
Um 1920 erstellte er einen Klavierauszug für zwei Klaviere, der 1921 bei der Universal-Edition erschien.</note>.
</p>
<p>
A<subst><del rend="overwritten">m</del><add place="across">n</add></subst> <add place="above">diesem</add> Sonntag bin ich aus
......
......@@ -236,7 +236,7 @@
</del>
<add place="across">ir</add>
</subst>ekteren Weg an Ihre Adresse,
<note resp="#christian.schaper">### ist damit die mallorcinische Anschrift der Schwägerin Busonis gemeint? ###</note>
<note resp="#christian.schaper">Möglicherweise ist damit die mallorcinische Anschrift der Schwägerin Busonis gemeint.</note>
als die Adresse,
<note resp="#christian.schaper">Freunde Busonis planten offenbar eine Solidaritätsadresse zum bevorstehenden 49. Geburtstag des Komponisten am <date when-iso="1915-04-01">1. April 1915</date>; Busoni war am <date when-iso="1915-01-05">5. Januar</date> aus <placeName ref="#l0029">Berlin</placeName> zu einer Konzertreise nach <placeName ref="#l0031">New York</placeName> aufgebrochen, wo er am <date when-iso="1915-01-20">20. Januar</date> eintraf.</note>
<lb/>die andere an Sie richten. So gern ich jeden Inhalt
......
......@@ -257,7 +257,7 @@
<reg>dass</reg>
</choice> ich mit der andern
<lb/>Hälfte sowenig weiter existieren kann, wie mit der mit Beschlag belegten.</p>
<p>Bitte schicken Sie<choice>
<p>Bitte schicken Sie <choice>
<orig>mir,</orig>
<reg>mir</reg>
</choice> Ihren Artikel über den Frieden und lassen Sie
......@@ -285,7 +285,7 @@
<reg>Gewiss</reg>
</choice> wird ein
<lb/>Schiedsrichter einen Stecken brauchen, der jeden erreicht, der schuld ist.
<lb/>Aber<choice>
<lb/>Aber <choice>
<orig>muß</orig>
<reg>muss</reg>
</choice> man sie vorher böse und unglücklich werden lassen? Sehen Sie
......@@ -295,7 +295,7 @@
<lb/>ganzem Herzen.</p>
<closer>Ihr Arnold Schönberg</closer>
<postscript><p>Ich war zehn Monate Soldat; jetzt bin ich enthoben, weil ich schließlich
<postscript><p>Ich war zehn Monate Soldat<note resp="#ullrich.scheideler">Schönberg war von November 1915 bis Juni 1916 eingezogen worden.</note>; jetzt bin ich enthoben, weil ich schließlich
<lb/>nicht frontdiensttauglich war. Ich habe natürlich viel mitgemacht! Denken
<lb/>Sie: mit 42 Jahren als Lehrbub beim Militär; wenn man schließlich sein ganzes
<lb/>Leben hindurch zur Wahrung seiner Selbständigkeit die größten Opfer gebracht hat,
......
......@@ -312,8 +312,8 @@
<reg>gewünscht,</reg>
</choice> von Ihrem
<lb/>gegenwärtigen Schaffen Umständlicheres
<lb/>berichtet zu erfahren. Die gewalt<lb break="no"/>
same 10-monatige Unterbrechung<note resp="#ullrich.scheideler">Schönberg war im November 1915 als tauglich gemustert worden.
<lb/>berichtet zu erfahren. Die gewalt
<lb break="no"/>same 10-monatige Unterbrechung<note resp="#ullrich.scheideler">Schönberg war im November 1915 als tauglich gemustert worden.
Von Mitte Dezember 1915 bis Juni 1916 war er beim Militär. Im September 1917 wurde er erneut eingezogen.</note>
<lb/>muss schwer auf dasselbe gelastet
<lb/>haben, aber um so ungestümer
......@@ -376,7 +376,7 @@
<closer>Ihr herzlichst ergebener
<lb/><choice>
<orig>24</orig>
<reg>da24.</reg>
<reg>24.</reg>
</choice> Nov. 1916. F. Busoni</closer>
......
......@@ -542,7 +542,7 @@
<!-- das folgende bis zu 16. Februar 1919 ist noch nicht formatiert, ist Tabelle; recht steht nur Präsident: Arnold Schönberg, der Rest steht links -->
<p><hi rend="space-no">Sekretär:</hi> <hi rend="space-no">Präsident:</hi></p>
<p><hi rend="bold">Josef Rufer</hi> per Adresse: <hi rend="space-no">Dr. Paul Pisk</hi>,
<p><hi rend="bold"><persName ref="#p0121">Josef Rufer</persName></hi> per Adresse: <hi rend="space-no"><persName ref="#p0120">Dr. Paul Pisk</persName></hi>,
<lb/><hi rend="space-no">Wien</hi>, VI, Proschkogasse 1,
<lb/>Tel. Stelle 4 von 704.
<lb/><hi rend="bold">Arnold Schönberg</hi></p>
......@@ -689,7 +689,7 @@
<addrLine>VEREIN FÜR MUSIKALISCHE</addrLine>
<addrLine>PRIVATAUFFÜHRUNGEN</addrLine>
<addrLine>PRÄSIDENT ARNOLD SCHÖNBERG</addrLine>
<addrLine>ALLE ZUSCHRIFTEN AN: SEKRETÄR DR. PAUL PISK</addrLine>
<addrLine>ALLE ZUSCHRIFTEN AN: SEKRETÄR DR. <persName ref="#p0120">PAUL PISK</persName></addrLine>
<addrLine><placeName ref="#l0002">Wien</placeName>, VI., PROSCHOKOGASSE
1, TEL. ST. IV v. 704</addrLine>
<!-- linebreak muss hier einzeln sein, Attribut für Sonderregel nötig -->
......@@ -729,7 +729,8 @@
<choice>
<orig>Anlaß</orig>
<reg>Anlass</reg>
</choice>: <persName ref="#p0071">Steuer<lb break="no"/> mann</persName> spielt in dem Verein für Mus. Priv.
</choice>: <persName ref="#p0071">Steuer
<lb break="no"/>mann</persName> spielt in dem Verein für Mus. Priv.
Aufführungen <lb/>Ihre <title ref="#w0079">6 <choice>
<orig>Elegien</orig>
<reg>Elegien,</reg>
......@@ -744,18 +745,20 @@
Vielleicht aber interessiert Sie dieser <lb/>Verein, den ich gegründet habe. Ich
hatte damit einen <lb/>vollen Erfolg. Wir sind bereits über 300 Mitglieder
<lb/>und dürften im Laufe des Jahres 500 werden. Das ist <lb/>der erste Schritt
zu weitgreifenden Reformen des Konzert<lb break="no"/> lebens. Der erste Schritt
zu weitgreifenden Reformen des Konzert
<lb break="no"/>lebens. Der erste Schritt
- was daraus werden soll, kann <lb/>noch niemand ahnen. Mein Wunsch wäre es,
über<lb break="no"/> all solche Vereine entstehen zu sehen. Das könnte
segens<lb break="no"/> reich wirken. Allerdings: erste Voraussetzung ist
über
<lb break="no"/>all solche Vereine entstehen zu sehen. Das könnte
segens
<lb break="no"/>reich wirken. Allerdings: erste Voraussetzung ist
tadellose <lb/>Vorbereitung der Aufführungen. Um ihnen einen <lb/>Begriff zu
geben, was ich darunter verstehe, so erinnere <lb/>ich Sie an die Einstudierung
meines <title ref="#w0041">Pierrot</title><note resp="#ullrich.scheideler">Vor der Uraufführung von Pierrot lunaire am 16. Oktober 1912
hatten seit Juli 25 Proben mit dem Ensemble stattgefunden. Hinzu kamen zahlreiche Einzelproben mit der Interpretin der Sprechstimme
Alberine Zehme.</note> Ich <lb/>kann sagen, daß wir dieses Niveau im Durch<lb
break="no"/>
Albertine Zehme.</note> Ich <lb/>kann sagen, daß wir dieses Niveau im Durch
<pb n="2" facs="1919-02-26-sb_2.png"/>
<pb break="no" n="2" facs="1919-02-26-sb_2.png"/>
schnitt eingehalten haben, obwohl mir ja nicht für alles
<lb/>so gute Besetzung zur Verfügung gestanden ist. Manchmal haben <lb/>wir es
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</choice> <note resp="#ullrich.scheideler">Gemeint ist sicher Mahlers 7. Symphonie, deren Aufführung im ersten Vereinskonzert am 29. Dezember 1918 stattfand (Wiederholung am 16. Januar 1919) </note>und <choice>
<orig><persName ref="#p0022">Strauß'</persName></orig>
<reg>Strauss'</reg>
</choice> <title ref="#w0072">Don Quixote</title>.<note resp="#ullrich.scheideler">Die Aufführung von Don Quixote hatte am 12. Januar 1919 (Wiederholung; 30. Januar 1919) stattgefunden.</note> <lb/><persName ref="#p0071">Steuermann</persName> spielt Ihre <title ref="#w0079">Elegien</title> sehr
schön!<note resp="#ullrich.scheideler">Die Aufführung von Busonis 6 Elegien fand am 2. März 1919 statt (drei Wiederholungen in den folgenden Monaten). Die Bemerkung Schönbergs dürfte sich auf die Proben beziehen.</note></p>
<p>Könnten Sie mir nicht sagen, was wir dem<lb break="no"/> nächst von Ihnen bringen
sollen? Am liebsten hätte <lb/>ich etwas aus Ihrer letzten Schaffensperiode<note resp="#ullrich.scheideler">Im Verein wurden zu einem späteren Zeitpunkt außerdem von Busoni die I. Sonatine für Klaiver, die Violinsonate op. 29 sowie die Toccata für Klavier aufgeführt.</note>.</p>
</choice> <title ref="#w0072">Don Quixote</title>.<note resp="#ullrich.scheideler">Die Aufführung von Don Quixote hatte am 12. Januar 1919
(Wiederholung am 30. Januar 1919) stattgefunden.</note> <lb/><persName ref="#p0071">Steuermann</persName> spielt Ihre <title ref="#w0079">Elegien</title> sehr
schön!<note resp="#ullrich.scheideler">Die Aufführung von Busonis 6 Elegien fand erst am 2. März 1919 statt (drei Wiederholungen in den folgenden Monaten).
Die Bemerkung Schönbergs dürfte sich daher auf die Proben beziehen.</note></p>
<p>Könnten Sie mir nicht sagen, was wir dem
<lb break="no"/>nächst von Ihnen bringen
sollen? Am liebsten hätte <lb/>ich etwas aus Ihrer letzten Schaffensperiode<note resp="#ullrich.scheideler">Im Verein wurden zu einem späteren Zeitpunkt außerdem von Busoni die I. Sonatine für Klavier, die Violinsonate op. 29 sowie die Toccata für Klavier aufgeführt.</note>.</p>
<p>Ich grüße Sie herzlichst und denke mir, <choice>
<orig>daß</orig>
<reg>dass</reg>
</choice> Sie <lb/>mich doch einml einer Zeile
</choice> Sie <lb/>mich doch einmal einer Zeile
würdigen könnten.</p>
<p>Schließlich: der Schlechteste bin ich ja doch nicht.</p>
<p>Ihr Arnold Schönberg </p>
......
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<lb/>um die es sich handelt, für mich augenblicklich unerreichbar
<lb/>sind. Soviel ich auswendig sagen kann, kommen etwa 3-4 Briefe
<lb/>ungefähr aus dem Jahr 1908 in Betracht<note resp="#ullrich.scheideler">Gemeint sind wohl die Briefe aus dem Jahr 1909.</note>. Ich habe sie gewiss auf<lb break="no"/>
bewahrt und sie müssen sich in einer Kiste befinden, die in <placeName ref="#p0089">Mödling</placeName>
bewahrt und sie müssen sich in einer Kiste befinden, die in <placeName ref="#l0089">Mödling</placeName>
<lb/>(aus Raummangel: so wie viele meiner Manuskripte) auf
<lb/>dem Speicher stand. Da mir nun aber auch Manuskripte fehlen, so
<lb/>ist es leider nicht ausgeschlossen, dass Dienstmädchen und
......
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