Commit cc173098 authored by Christian Schaper's avatar Christian Schaper
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Briefwechsel-Unterverzeichnis

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<title>Brief von Arnold Schönberg an Ferruccio Busoni
<lb/>(Payerbach, 10. September 1903)</title>
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<forename>Christian</forename>
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<orgName>Humboldt-Universität zu Berlin</orgName>
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<street>Unter den Linden 6</street>
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<country key="DE">Deutschland</country>
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<resp>Edited by</resp>
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<forename>Christian</forename>
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<forename>Ullrich</forename>
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<resp>Prepared by</resp>
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<forename>Christian</forename>
<surname>Schaper</surname></persName>
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<resp>Digitization by</resp>
<orgName ref="#stabi.berlin">Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz</orgName>
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</titleStmt>
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<publisher>Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft
der Humboldt-Universität zu Berlin</publisher>
<pubPlace>Berlin</pubPlace>
<date when-iso="2015-11"/>
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<licence target="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/deed.en">Attribution 3.0 Germany
(CC BY 3.0)</licence>
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<title type="main">Der Nachlass Ferruccio Busonis in der
Staatsbibliothek zu Berlin</title>
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<country key="DE">Deutschland</country>
<settlement>Berlin</settlement>
<institution ref="#stabi.berlin">Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz</institution>
<repository>Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv</repository>
<collection>Nachlass Ferruccio Busoni (Mus.Nachl.F.Busoni)</collection>
<idno type="stabi.berlin">Blatt 1-2</idno>
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<docDate when="1903-09-10"/>
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<!-- <support><material>Art des Papiers, Qualität
usw.</material></support> -->
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<measure type="folio">2 Blätter</measure>
<!-- <dimensions unit="cm">
<height>die Höhe</height>
<width>die Breite</width>
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<foliation corresp="#pencil">Foliierung in Bleistift unten rechts der
jeweiligen Vorderseiten durch das Archiv.</foliation>
<condition>Der Brief ist gut erhalten.</condition>
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<handNote xml:id="major_hand" scope="major" medium="black_ink"
scribe="author" scribeRef="#p....">Hand des Absenders Arnold Schönberg, Brieftext in
schwarzer Tinte, in deutscher Kurrentschrift</handNote>
<handNote xml:id="pencil" scope="minor" medium="pencil"
scribe="archivist">Hand des Archivars, der die Foliierung in Bleistift vorgenommen hat.</handNote>
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<!-- <sealDesc></sealDesc> -->
<!-- <accMat></accMat> -->
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<history>
<origin>Der Brief wurde in <origPlace ref="#l....">Payerbach</origPlace>
am <origDate when-iso="1903-09-10">10. September 1903</origDate> verfasst.</origin>
<acquisition/>
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<p>Seminar «Der Nachlass Ferruccio Busonis in der Staatsbibliothek zu Berlin:
digitale Textedition ausgewählter Quellen mit TEI»</p>
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<correction method="markup">
<p><!--
Für jeden Korrektur-Tatbestand kann ein correction-Eintrag angelegt und der
Korrekturmodus (method) entweder als
"markup" (gekennzeichnet) oder als
"silent" (stillschweigend) gekennzeichnet werden.
--></p>
</correction>
<hyphenation>
<p><!-- Bindestrichhandhabung wäre zu diskutieren! --></p>
</hyphenation>
<normalization>
<p>In diplomatischer Umschrift werden keine Schreibungen normalisiert.
Was für eine Lesefassung nötig sein könnte, wäre noch zu diskutieren.</p>
</normalization>
<punctuation marks="all" placement="external">
<p>Alle im Text vorkommenden Interpunktionszeichen wurden beibehalten.
Bei Auszeichnung durch XML-Elemente wurden anschließende Satzzeichen
nicht mit einbezogen.</p>
</punctuation>
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<profileDesc>
<correspDesc>
<correspAction type="sent">
<persName ref="#p....">Arnold Schönberg</persName>
</correspAction>
<correspAction type="received">
<persName ref="#p0017">Ferruccio Busoni</persName>
</correspAction>
</correspDesc>
<langUsage>
<language ident="de-DE">Deutsch</language>
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<revisionDesc status="unfinished">
<change when-iso="2015-12-08" who="#christian.schaper">Revisionselement hinzugefügt
und revisionDesc auf status="unfinished" gesetzt.</change>
<!--
Dies dient der Formalisierung des Dokumentenstandes: wie weit sind wir noch von
der fertigen Fassung entfernt? (betrifft Auszeichnung und Korrekturlesen)
Nächste Stufen des Revisionsprozesses sind:
- status="proposed": Alle Tags sind codiert, ein Gruppenmitglied hat den Text
gegen die Quelle vollständig korrekturgelesen.
- status="candidate": Ein weiteres Gruppenmitglied hat den Text gegen die Quelle
korrekturgelesen.
- status="approved": Der Text ist durch die Seminarleiter zur Veröffentlichung
freigegeben. Ergänzungen sollten in der Regel nur noch im Kommentarbereich erfolgen.
Jeden Schritt beim Status bitte hier mit einem entsprechenden <change>-Eintrag festhalten,
inkl. Datum und Bearbeiter.
-->
</revisionDesc>
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<text>
<body>
<div type="transcription">
<pb n="1" facs="1903-09-10-sb_1.png"/>
<opener>
<salute rend="align(center)">Hochverehrter Herr Professor,</salute>
</opener>
<p>aus Ihrem Briefe
<lb/>an Herrn Dr. Schenker, dessen syrische Tänze
<lb/>ich für Orchester setze, entnahm ich, dass Sie
<lb/>auch sicher Ihre "modernen Concerte" in Berlin
<lb/>abhalten. Da ich schon, als ich noch in Berlin
<lb/>war, die Absicht hatte Sie aufzusuchen, darin
<lb/>aber insofern missglückte, als Sie verreist
<lb/>waren, erlaube ich mir mich brieflich mit
<lb/>dem an Sie zu wenden, um was ich Sie
<lb/>damals angehen wollte.</p>
<p>Folgendes: Ich habe eine symphonische
<lb/>Dichtung "Pelleas und Melisande" nach Maeterlinck
<lb/>componirt. Da diese nun leider insofern
<lb/>zu den "selten aufgeführten Werken" gehört, als
<lb/>sie noch gar nicht aufgeführt ist und meine
<lb/>bisherigen Versuche sie zu placieren durchaus
<lb/>vergeblich waren, so möchte ich mir erlauben
<note type="foliation" place="margin-right">[1]</note>
<pb n="2" facs="1903-09-10-sb_2.png"/>
Sie zu fragen, ob Sie sie nicht einmal
<lb/>ansetzen wollten.</p>
<p>Besonders empfehlend ist es nicht, was ich
<lb/>Ihnen über das Schicksal des Werkes hier mit<lb break="no"/>theilen
will. Nämlich: Nikisch hat mir sie
<lb/>nach einem Tage ohne ein Wort der Antwort
<lb/>zurückgeschickt. Und Weingartner hat mir
<lb/>nicht einmal Gelegenheit gegeben, sie ihm
<lb/>zu zeigen. Freunde, die sich damit bekannt
<lb/>machen wollten kamen über die ersten
<lb/>Proben nicht hinaus. Und hier liegt auch
<lb/>der Grund, warum ich das Werk nirgends an<lb break="no"/>bringen
kann: die Sache ist so compliciert,
<lb/>dass es wirklich ein Opfer ist, wenn jemand
<lb/>sich die Muse nimmt sie anzusetzen. Dann
<lb/>noch Eines: ein sehr grosses Orchester!
<lb/>(kl Fl. 3 gr Fl, 3 Ob., 1 Engl H., Es=Cl, 3 Clar, Bass=Clar,
<lb/>3 Fagotte, Ctr=Fag, 8 Hörner, 4 Trp, 6 Posaunen
<lb/>2 Harfen und viele Streicher). Ich setze Ihnen
<lb/>Alles dies schon vorher auseinander, weil
<lb/>über diese Punkte hinweg, bis zur Frage
<!-- Bibliotheksstempel noch zu codieren! -->
<pb n="3" facs="1903-09-10-sb_3.png"/>
ob an der Sache auch etwas dran ist, noch
<lb/>Keiner gekommen ist.</p>
<p>Wenn Sie also die Freundlichkeit hätten
<lb/>sich meine Partitur ansehen zu wollen, so möchte ich
<lb/>sie Ihnen gerne schicken.</p>
<p>Verzeihen Sie, die Kühnheit, mit der ich
<lb/>mich an Sie wende; Mut dazu giebt mir
<lb/>die Ihre sich für moderne oder gar neue
<lb/>Werke einsetzen zu wollen, trotz des Gekläffes
<lb/>der "Neidinge". Und da wage ich es dann
<lb/>bloss vom Werke zu reden und so tritt
<lb/>meine fast bescheidene Person — in
<lb/>den Hintergrund, wodurch merkwürdiger<lb break="no"/>weise
die Unbescheidenheit
<lb/>dieses Briefes entsteht.</p>
<p>In der Hoffnung auf eine freundliche
<lb/>Antwort empfehle ich mich mit dem
<lb/>Ausdrucke</p>
<closer>
<salute rend="align(center)">der vorzüglichsten Hochachtung
<lb/>ergebenst</salute>
<signed rend="align(center)">Arnold Schönberg</signed>
<dateline rend="align(center)"><placeName ref="#l....">Payerbach</placeName> 126
<lb/>Nied-Oesterr.</dateline>
</closer>
<note type="foliation" place="margin-right">[2]</note>
<pb n="4" facs="1903-09-10-sb_4.png"/>
</div>
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