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<salute><choice><abbr>LR</abbr><expan>Ludwig Rubiner</expan></choice></salute>
<p>nun darf ich Ihnen, mit Ihrem eigenen Gewissen im Einklang,
<lb/>zur endgültigen Fa<choice><orig>ß</orig><reg>ss</reg></choice>ung des Werkes <note type="commentary" resp="#E0300378">An der Stelle gratuliert <persName key="E0300017">Busoni</persName> <persName key="E0300126">Rubiner</persName> zur Fertigstellung des Werkes <title key="E0400316">Die Gewaltlosen</title>.
<lb/>Dieses entsteht lange Zeit parallel zum <title key="E0400218">Doktor Faust</title> von <persName key="E0300017">Busoni</persName>. Im Drama <title key="E0400316">Die Gewaltlosen</title> opfern drei Personen — Die Gewaltlosen — ihr Leben und bezeugen damit die Kraft der Gewaltlosigkeit.
In der Schlussszene sagt der <hi rend="dq-du">junge Mensch</hi>: <hi rend="dq-du">Ich bin am Anfang. In dieser Stunde bin ich geboren. </hi> Das Motiv der Unsterblichkeit und des unsterblichen Willens weist Parallelen zur Schlussszene des <title key="E0400218">Faust</title> auf.)</note>meine
<lb/>zur endgültigen Fa<choice><orig>ß</orig><reg>ss</reg></choice>ung des Werkes
<note type="commentary" resp="#E0300378">An der Stelle gratuliert <persName key="E0300017">Busoni</persName> <persName key="E0300126">Rubiner</persName> zur Fertigstellung des Werkes <title key="E0400316">Die Gewaltlosen</title>. Dieses entsteht lange Zeit parallel zum <title key="E0400218">Doktor Faust</title> von <persName key="E0300017">Busoni</persName>. Im Drama <title key="E0400316">Die Gewaltlosen</title> opfern drei Personen — Die Gewaltlosen — ihr Leben und bezeugen damit die Kraft der Gewaltlosigkeit. In der Schlussszene sagt der <hi rend="dq-du">junge Mensch</hi>: <hi rend="dq-du">Ich bin am Anfang. In dieser Stunde bin ich geboren. </hi> Das Motiv der Unsterblichkeit und des unsterblichen Willens weist Parallelen zur Schlussszene des <title key="E0400218">Faust</title> auf.)</note>
meine
<lb/>Glückwünsche darbringen. Idee mag
<lb/>Eingebung sein, Gesinnung Charakter,
<lb/>aber <hi rend="underline">Form</hi><note type="commentary" resp="#E0300378">Vgl. in Busonis <title key="E0400043">Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst</title>
den <ref type="E010004" target="#D0200001" n="9">Abschnitt über Absolute Musik</ref>; den <ref type="E010004" target="#D0200001" n="6">Abschnitt über Künste</ref>
der <ref type="E010004" target="#D0200001">Erstausgabe</ref>.</note> allein ist die Kunst. Hier
<lb/>aber <hi rend="underline">Form</hi><note type="commentary" resp="#E0300378">Vgl. in Busonis <title key="E0400043">Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst</title> den <ref type="E010004" target="#D0200001" n="9">Abschnitt über Absolute Musik</ref>; den <ref type="E010004" target="#D0200001" n="6">Abschnitt über Künste</ref> der <ref type="E010004" target="#D0200001">Erstausgabe</ref>.</note> allein ist die Kunst. Hier
<lb/>also treffen wir uns — wie ich wu<choice><orig>ß</orig><reg>ss</reg></choice>te —
<lb/>wieder! Ich hoffe den Druck bald zu sehen,
<lb/>hoffe das Stück auf einem Theaterzettel zu
<lb/>lesen. <note type="commentary" resp="#E0300378"> Die Überlegungen und die Vorfreude von <persName key="E0300017">Busoni </persName> zur Theateraufführung des Werkes von <persName key="E0300126">Rubiner</persName> korrelieren mit
<lb/>seinen eigenen derzeitigen Erfahrungen mit der Aufführung des <title key="E0400218">Faust</title>. In der Zeit korrespondiert<persName key="E0300017">Busoni</persName> intensiv über Aufführungen von Teilen aus dem <title key="E0400218">Faust</title> mit
<lb/><persName key="E0300129">Andreae</persName>. (Vgl. dazu <bibl><ref target="#E0800058"/>, S. 90—93</bibl>).
<lb/>Im <date when-iso="1919-04">April 1919</date> sind folgende Teile fertig: Erstes Vorspiel und das Intemezzo; aber <persName key="E0300017">Busoni</persName> beschäftigt sich mit der Partitur intensiv weiter. So schreibt er am <date when-iso="1919-05-22">22. Mai 1919</date> an <persName key="E0300129">Andreae</persName>
: <q rend="dq-du">[...] Inzwischen reift die Partitur des <title key="E0400218">Doktor Faust</title> zur Vollendung ihrer ersten Hälfte heran. [...] dann werde ich Sie bitten, sie anzuschauen; um zu berat<orig>h</orig>en über die bereits angeregte Konzertaufführung.</q>
<lb/>Auch einen Monat später redet er in seinem Brief an <persName key="E0300129">Andreae</persName> über die Partitur zu <title key="E0400218">Faust</title>: <q rend="dq-du">Über <title key="E0400218">Faust</title> vermag ich erst sicher zu sprechen, wenn ich die fertige Partitur des aufzuführenden
T<choice><orig>h</orig><reg>h</reg></choice>eiles fertiggestellt [...] habe</q>. (Vgl. dazu <bibl><ref target="#E0800058"/>, S. 77—93ff.</bibl>)</note>
<lb/>lesen.
<note type="commentary" resp="#E0300378"> Die Überlegungen und die Vorfreude von <persName key="E0300017">Busoni </persName> zur Theateraufführung des Werkes von <persName key="E0300126">Rubiner</persName> korrelieren mit seinen eigenen derzeitigen Erfahrungen mit der Aufführung des <title key="E0400218">Faust</title>. In der Zeit korrespondiert<persName key="E0300017">Busoni</persName> intensiv über Aufführungen von Teilen aus dem <title key="E0400218">Faust</title> mit <persName key="E0300129">Andreae</persName>. (Vgl. dazu <bibl><ref target="#E0800058"/>, S. 90—93</bibl>). Im <date when-iso="1919-04">April 1919</date> sind folgende Teile fertig: Erstes Vorspiel und das Intemezzo; aber <persName key="E0300017">Busoni</persName> beschäftigt sich mit der Partitur intensiv weiter. So schreibt er am <date when-iso="1919-05-22">22. Mai 1919</date> an <persName key="E0300129">Andreae</persName>: <q rend="dq-du">[...] Inzwischen reift die Partitur des <title key="E0400218">Doktor Faust</title> zur Vollendung ihrer ersten Hälfte heran. [...] dann werde ich Sie bitten, sie anzuschauen; um zu berat<orig>h</orig>en über die bereits angeregte Konzertaufführung.</q> Auch einen Monat später redet er in seinem Brief an <persName key="E0300129">Andreae</persName> über die Partitur zu <title key="E0400218">Faust</title>: <q rend="dq-du">Über <title key="E0400218">Faust</title> vermag ich erst sicher zu sprechen, wenn ich die fertige Partitur des aufzuführenden T<choice><orig>h</orig><reg>h</reg></choice>eiles fertiggestellt [...] habe</q>. (Vgl. dazu <bibl><ref target="#E0800058"/>, S. 77—93ff.</bibl>)</note>
Wie viel werden Sie aus den Regie<lb break="no"/>Proben ziehen, an Anregung <choice><abbr>u.</abbr><expan>und</expan></choice>neuen
<lb/>Erfahrungen. Das <soCalled rend="dq-uu">Gewicht</soCalled>eines jeden
<lb/>Wortes und Satzes, wird Einem da erst bewu<choice><orig>ß</orig><reg>ss</reg></choice>t.
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<lb/>wie in den übrigen Kunstbezirken — an der Überzeugung <supplied reason="omitted">fest</supplied>, da<choice><reg>ss</reg><orig>ß</orig></choice> es keine <hi rend="underline">absoluten</hi>
<lb/>dramatischen, noch theatralischen Prinzipien
<lb/>gibt, sondern dass jede eigene Schöpfung in
<lb/>sich selbst eigene Gesetze aufstellt. <note type="commentary" resp="#E0300378"> Zu <persName key="E0300017">Busonis</persName> Reflexion über die Theatermusik und die Oper vgl.
<lb/>Busonis <title key="E0400043">Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst</title>
den <ref type="E010004" target="#D0200001" n="14">Abschnitt über Theatermusik</ref>
<ref type="E010004" target="#D0200001" n="14">S.14</ref>
der <ref type="E010004" target="#D0200001">Erstausgabe</ref>.</note>Es kommt
<lb/>sich selbst eigene Gesetze aufstellt.
<note type="commentary" resp="#E0300378"> Zu <persName key="E0300017">Busonis</persName> Reflexion über die Theatermusik und die Oper vgl. Busonis <title key="E0400043">Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst</title> den <ref type="E010004" target="#D0200001" n="14">Abschnitt über Theatermusik</ref> <ref type="E010004" target="#D0200001" n="14">S.14</ref> der <ref type="E010004" target="#D0200001">Erstausgabe</ref>.</note>
Es kommt
<lb/>darauf an, Sie in den richtigen Verhältnissen
<lb/>zu vert<orig>h</orig>eilen. Auch die dramatische Wirkung
<lb/>ändert <choice><abbr>u.</abbr><expan>und</expan></choice> verschiebt sich fortwährend, nach
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<lb/>zugleich weilen. Das macht, dass ein Kleinerer ebenso notwendig sein kann
<lb/>wie ein Gro<choice><reg>ß</reg><orig>ss</orig></choice>er, dass ein <persName key="E0300159">Weber</persName> Etwas
<lb/>zu Tage bringt, das dem ihn überragenden <persName key="E0300012">Bach</persName> , beispielweise, unzugänglich bleibt.
<note type="commentary" resp="#E0300378"> Das Thema <q rend="dq-du"><persName key="E0300012">Bach</persName><persName key="E0300017">Busoni</persName></q> spielt in der Busoni-Forschung eine besondere Rolle, sowohl in
<lb/>den ästhetischen, als auch in den musikalischen Aspekten. So bezeichnet<persName key="E0300017">Busoni</persName> in seiner <title key="E0800090">Bach-Ausgabe</title> die Polyphonie von <persName key="E0300012">Bach</persName>
<lb/>als ein Mittel, mit dem <q rend="dq-du"> [...] ein Komponist von heute ernstlich rechtet: mit ihrer Hilfe vermag er vollends seine Idee gewandt und erschöpfend zu gestalten, [...].</q>So fordert <persName key="E0300017">Busoni</persName>
<lb/>eine neue Kunst und einen neuen Klang der Musik, die gleichzeitig <q rend="dq-du">neu und alt sein muss.</q> (Vgl. <bibl><ref target="#E0800016"/>, S. 1223—124</bibl>).</note>
<note type="commentary" resp="#E0300378"> Das Thema <q rend="dq-du"><persName key="E0300012">Bach</persName><persName key="E0300017">Busoni</persName></q> spielt in der Busoni-Forschung eine besondere Rolle, sowohl in den ästhetischen, als auch in den musikalischen Aspekten. So bezeichnet<persName key="E0300017">Busoni</persName> in seiner <title key="E0800090">Bach-Ausgabe</title> die Polyphonie von <persName key="E0300012">Bach</persName> als ein Mittel, mit dem <q rend="dq-du"> [...] ein Komponist von heute ernstlich rechtet: mit ihrer Hilfe vermag er vollends seine Idee gewandt und erschöpfend zu gestalten, [...].</q>So fordert <persName key="E0300017">Busoni</persName> eine neue Kunst und einen neuen Klang der Musik, die gleichzeitig <q rend="dq-du">neu und alt sein muss.</q> (Vgl. <bibl><ref target="#E0800016"/>, S. 1223—124</bibl>).</note>
<lb/>Diese nüchterne Wahrheit hält uns
<lb/>aufrecht; sonst müsste ich — mit anderen —
<lb/>mich, nach einem <persName key="E0300010">Mozart</persName>, als völlig
<lb/>überflü<choice><orig>ß</orig><reg>ss</reg></choice>ig fühlen. — <note type="commentary" resp="#E0300378">Vgl. in Busonis <title key="E0400043">Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst</title>
den <ref type="E010004" target="#D0200001" n="11">Abschnitt über abendländische Komponisten </ref>
der <ref type="E010004" target="#D0200001">Erstausgabe</ref>.</note>
<lb/>überflü<choice><orig>ß</orig><reg>ss</reg></choice>ig fühlen. —
<note type="commentary" resp="#E0300378">Vgl. in Busonis <title key="E0400043">Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst</title> den <ref type="E010004" target="#D0200001" n="11">Abschnitt über abendländische Komponisten </ref> der <ref type="E010004" target="#D0200001">Erstausgabe</ref>.</note>
</p>
<p rend="indent-fisrt">Wie freue ich mich über Ihre
......
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