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<bibl><ref target="#b0005">Theurich 1979</ref> (185)</bibl> fälschlich: <quote>„Verehrter“</quote>.</note></sic>
<corr>Verehrter</corr></choice> Herr Busoni,</salute>
</opener>
<p>ich erfuhr, <choice><sic>daß</sic><corr>dass</corr></choice> Sie sich für die <choice><sic>Ueber<lb break="no"/>siedlung</sic><corr>Über<lb break="no"/>siedlung</corr></choice> nach <placeName ref="#l0029">Berlin</placeName>, die man mit mir <choice><sic>vor hat</sic><corr>vorhat</corr></choice>, interessieren.<note resp="#maximilian.furthmüller"><persName ref="#p0023">Schönbergs</persName> Überlegung, <placeName ref="#l0002">Wien</placeName> zu verlassen und nach <placeName ref="#l0029">Berlin</placeName> zu ziehen, ist besonders vor dem Hintergrund der letzten Monate zu betrachten. Seine wirtschaftliche Situation war trotz des Zuwachses von Schülern und wachsender Bekanntheit alles andere als gesichert, was besonders anlässlich des Aufenthalts in <placeName ref="#l0065">Berg</placeName> erneut ersichtlich wurde. Darüber hinaus blieb ihm die erhoffte Professur an der <orgName ref="#o0011">Wiener Akademie</orgName>, vermutlich aus antisemitischen Gründen, zunächst verwehrt (<bibl><ref target="#b0001">Stuckenschmidt 1974</ref>, S. 128&#8239;ff.</bibl>). Von <placeName ref="#l0029">Berlin</placeName> erhoffte er sich eine wesentliche Besserung der pekuniären Nöte und besonders die Möglichkeit, Anerkennung (vgl. <bibl><ref target="#b0028">Weber 1995</ref>, S. 60</bibl>) sowie neue Wege zur künstlerischen Entwicklung zu finden (<bibl><ref target="#b0021">Brand (u.&#8239;a.), 2007</ref>, S. 60&#8239;ff.</bibl>). Die Bekanntschaft mit <persName ref="#p0067">Kandinsky</persName> und <persName ref="#p0043">Reinhardt</persName>, sowie der Tod <persName ref="#p0047">Mahlers</persName> mögen die Entscheidung ebenfalls beeinflusst haben (<bibl><ref target="#b0001">Stuckenschmidt 1974</ref>, S. 133&#8239;f.</bibl>). Dabei scheint <persName ref="#p0023">Schönberg</persName> lange fest mit einer Rückkehr nach <placeName ref="#l0002">Wien</placeName> gerechnet zu haben (<bibl><ref type="asc" target="#7933">Brief von <persName ref="#p0023">Schönberg</persName> an <persName ref="#p0068">Bopp</persName> vom <date when-iso="1911-08-22">22. August</date></ref></bibl>). Die endgültige Entscheidung fiel erst aufgrund des erfolgreichen <ref target="https://archive.org/stream/Pan1910-111.jgnr.1-22?ui=embed#page/n784/mode/1up' width='480px' height='430px">Aufrufs</ref> im <orgName ref="#o0005">Pan</orgName> (vgl. Kommentierung des <ref target="#1911-09-16-bs">Briefes vom <date when-iso="1911-09-16">16. September</date></ref>) (<bibl><ref target="#b0005">Theurich 1979</ref>, S. 105</bibl>). Dass <persName ref="#p0023">Schönberg</persName> hier eine Art passive Formulierung wält, mag auf die vorangegangenen Bemühungen seiner <placeName ref="#l0029">Berliner</placeName> Unterstützer &#8211; z.B. <persName ref="#p0028">Clark</persName> (<bibl>vgl. <ref type="asc" target="#20358">Brief von <persName ref="#p0028">Clark</persName> an <persName ref="#p0023">Schönberg</persName> vom <date when-iso="1911-06-09">9. Juni 1911</date></ref></bibl>) &#8211; anspielen.</note>
<p>ich erfuhr, <choice><sic>daß</sic><corr>dass</corr></choice> Sie sich für die <choice><sic>Ueber<lb break="no"/>siedlung</sic><corr>Über<lb break="no"/>siedlung</corr></choice> nach <placeName ref="#l0029">Berlin</placeName>, die man mit mir <choice><sic>vor hat</sic><corr>vorhat</corr></choice>, interessieren.<note resp="#maximilian.furthmüller"><persName ref="#p0023">Schönbergs</persName> Überlegung, <placeName ref="#l0002">Wien</placeName> zu verlassen und nach <placeName ref="#l0029">Berlin</placeName> zu ziehen, ist besonders vor dem Hintergrund der letzten Monate zu betrachten. Seine wirtschaftliche Situation war trotz des Zuwachses von Schülern und wachsender Bekanntheit alles andere als gesichert, was besonders anlässlich des Aufenthalts in <placeName ref="#l0065">Berg</placeName> erneut ersichtlich wurde. Darüber hinaus blieb ihm die erhoffte Professur an der <orgName ref="#o0011">Wiener Akademie</orgName>, vermutlich aus antisemitischen Gründen, zunächst verwehrt (<bibl><ref target="#b0001">Stuckenschmidt 1974</ref>, S. 128&#8239;ff.</bibl>). Von <placeName ref="#l0029">Berlin</placeName> erhoffte er sich eine wesentliche Besserung der pekuniären Nöte und besonders die Möglichkeit, Anerkennung (vgl. <bibl><ref target="#b0028">Weber 1995</ref>, S. 60</bibl>) sowie neue Wege zur künstlerischen Entwicklung zu finden (<bibl><ref target="#b0021">Brand (u.&#8239;a.), 2007</ref>, S. 60&#8239;ff.</bibl>). Die Bekanntschaft mit <persName ref="#p0067">Kandinsky</persName> und <persName ref="#p0043">Reinhardt</persName>, sowie der Tod <persName ref="#p0047">Mahlers</persName> mögen die Entscheidung ebenfalls beeinflusst haben (<bibl><ref target="#b0001">Stuckenschmidt 1974</ref>, S. 133&#8239;f.</bibl>). Dabei scheint <persName ref="#p0023">Schönberg</persName> lange fest mit einer Rückkehr nach <placeName ref="#l0002">Wien</placeName> gerechnet zu haben (<bibl><ref type="asc" target="#7933">Brief von <persName ref="#p0023">Schönberg</persName> an <persName ref="#p0068">Bopp</persName> vom <date when-iso="1911-08-22">22. August</date></ref></bibl>). Die endgültige Entscheidung fiel erst aufgrund des erfolgreichen <ref target="https://archive.org/stream/Pan1910-111.jgnr.1-22?ui=embed#page/n784/mode/1up' width='480px' height='430px">Aufrufs</ref> im <orgName ref="#o0005">Pan</orgName> (vgl. Kommentierung des <ref target="#1911-09-16-bs">Briefes vom <date when-iso="1911-09-16">16. September</date></ref>) (<bibl><ref target="#b0005">Theurich 1979</ref>, S. 105</bibl>). Dass <persName ref="#p0023">Schönberg</persName> hier eine Art passive Formulierung wählt, mag auf die vorangegangenen Bemühungen seiner <placeName ref="#l0029">Berliner</placeName> Unterstützer &#8211; z.B. durch <persName ref="#p0028">Clark</persName> (<bibl>vgl. <ref type="asc" target="#20358">Brief von <persName ref="#p0028">Clark</persName> an <persName ref="#p0023">Schönberg</persName> vom <date when-iso="1911-06-09">9. Juni 1911</date></ref></bibl>) &#8211; anspielen.</note>
<lb/>Da jetzt durch ein unglückseliges Ereignis zu <choice><sic>diese</sic><corr>dieser</corr></choice> Angelegenheit
<lb/>ein beschleunigendes Element hinzugetreten ist, das eine
<lb/>Situation erzeugt hat, zu deren Entwirrung eine starke Hand
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<lb/>Widerstreben! Trotzdem ich ein Anrecht darauf
<lb/>hätte!!</p>
<p>Nun aber steht die Sache so: Mein Geld
<lb/>geht zu Ende.<note resp="#maximilian.furthmüller"><persName ref="#p0023">Schönbergs</persName> finanzielle Situation hatte sich in den vergangenen Jahren zwar u.&#8239;a. durch einen Zuwachs von Schülern gebessert, die wirtschaftliche Sicherung der Familie reichte dennoch gerade für die nächsten Monate aus. Im Sommer <date when-iso="1911">1911</date> verschlimmerte sich die Lage durch die überaus dürftigen Verkaufszahlen seiner Werke beim <orgName ref="#o0006">Verlag Dreililien</orgName> weiter, auch das für die musiktheoretischen Kurse an der <orgName ref="#o0011">Wiener Akademie</orgName> gewährte Gehalt in Höhe von 400 Kronen reichte für eine finanzielle Stabilisierung nicht aus. Der ungeplante und noch dazu langwierige Aufenthalt der gesamten Familie <persName ref="#p0023">Schönberg</persName> in <placeName ref="#l0065">Berg</placeName> hatte die wirtschaftliche Situation drastisch verschlimmert und machte somit das Eingreifen von Unterstützern notwendig (vgl. weitere Kommentierung) (<bibl><ref target="#b0001">Stuckenschmidt 1974</ref>, S. 119&#8239;ff.</bibl>).</note> Ich hatte diese
<lb/>geht zu Ende.<note resp="#maximilian.furthmüller"><persName ref="#p0023">Schönbergs</persName> finanzielle Situation hatte sich in den vergangenen Jahren zwar u.&#8239;a. durch einen Zuwachs von Schülern gebessert, die wirtschaftliche Sicherung der Familie reichte dennoch gerade für die nächsten Monate aus. Im Sommer <date when-iso="1911">1911</date> verschlimmerte sich die Lage durch die überaus dürftigen Verkaufszahlen seiner Werke beim <orgName ref="#o0006">Verlag Dreililien</orgName> weiter; auch das für die musiktheoretischen Kurse an der <orgName ref="#o0011">Wiener Akademie</orgName> gewährte Gehalt in Höhe von 400 Kronen reichte für eine finanzielle Stabilisierung nicht aus. Der ungeplante und noch dazu langwierige Aufenthalt der gesamten Familie <persName ref="#p0023">Schönberg</persName> in <placeName ref="#l0065">Berg</placeName> hatte die wirtschaftliche Situation drastisch verschlimmert und machte somit das Eingreifen von Unterstützern notwendig (vgl. weitere Kommentierung) (<bibl><ref target="#b0001">Stuckenschmidt 1974</ref>, S. 119&#8239;ff.</bibl>).</note> Ich hatte diese
<note resp="#maximilian.furthmüller" type="ed_t" subtype="minor">
<bibl><ref target="#b0004">Theurich 1977</ref> (186)</bibl> und
<bibl><ref target="#b0005">Theurich 1979</ref> (186)</bibl> fälschlich: <quote>„die“</quote>.</note> hohen Kosten, die
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